Der Kleingarten ist zu einem Ort der Integration geworden: Gemeinsam an einer Sache zu arbeiten, sich zu unterstützen und sich gemeinsam zu organisieren - dies macht das Kleingärtnern zu einen Bereich, in dem – trotz nicht zu verleugnender Probleme – Integration beispielhaft wachsen kann.
Detaillierte Informationen über die Integration von Ausländern im Kleingarten liefert eine Mitgliederbefragung des BDG, deren Ergebnisse jetzt als Teil des Leitfadens „Miteinander leben – Integration im Kleingarten“ veröffentlicht wurden. In den Kleingartenanlagen zwischen Berchtesgaden und Flensburg kommen inzwischen Menschen aus mehr als 80 Nationen zusammen. 7,5 Prozent aller Kleingärtnerinnen und Kleingärtner haben einen Migrationshintergrund. In den alten Bundesländern ist sogar jeder sechste Gartenfreund nicht-deutscher Herkunft (zum Vergleich: Ausländeranteil in den alten Bundesländern: 9,6 Prozent). Spitzenwerte werden in Hessen und Baden-Württemberg erreicht; hier haben 28 (Hessen) bzw. 24 Prozent der Gartenfreunde einen Migrationshintergrund.
Gäbe es in Kleingärtnervereinen „Einbürgerungstest“, hätten die nicht-deutschen Gartenfreunde der Studie zufolge damit kaum Probleme: 89 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, dass die Neu-Kleingärtner ihre Gärten ganz im Sinne des Bundeskleingartengesetzes und der Vereinssatzungen bewirtschafteten. Als Bereicherung wird erlebt, dass nicht-deutsche Gartenfreunde oft (und soweit es das Klima zulässt) ihr landestypisches Obst und Gemüse anbauen und neue Sorten in den Kleingartenanlagen einführen. Fast jeder zehnte Befragte hält die nicht-deutschen Gartenfreunde gar für die besseren Kleingärtner: Demnach zeichneten sie sich durch eine größere gärtnerische Erfahrung aus und hielten die Gärten besser in Ordnung.
Mit dem Leitfaden, der an dieser Stelle mit vielen anderen praxisnahen Unterlagen für die Vereinsarbeit mit Migranten heruntergeladen werden kann, gibt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) den Kleingärtnervereinen praktische Handlungshilfen für die Integrationsarbeit vor Ort. Sie sollen Unterstützung bieten für viele große und kleine Situationen im täglichen Umgang und für ein respektvolles Miteinander von Einheimischen und Zuwanderern im Kleingärtnerverein.
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Download:
Merkblatt "Zusammenleben"
Merkblatt "Übernahme eines Kleingartens"
Merkblatt "Die Gartenordnung"
Merkblatt "Willkommen im Kleingarten_deutsch"
Merkblatt "Willkommen im Kleingarten_polnisch"
Merkblatt "Willkommen im Kleingarten_russisch"
Merkblatt "Willkommen im Kleingarten_türkisch"
Broschüre "Integration im Kleingarten. Ein Leitfaden."

Ob Ausländer, Eingebürgerte oder Aussiedler – die Bevölkerung in unseren Städten und Gemeinden ist vielfältiger geworden. Dies spiegelt sich längst auch in den Kleingärten wider: Rund 300.000 deutsche und ausländische Migrantinnen und Migranten sind im Kleingartenwesen aktiv.