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(02.06.2009, Thomas Wagner)

Pressemitteilung: Heuschrecken bedrohen die Kleingärten

BDG-Kongress in Potsdam fordert: Kommunen sollen Kleingärten vor Finanzinvestoren schützen

(Berlin, 2. Juni 2009). Im Vorfeld des Kleingärtnerkongresses 2009 „Kleingärten in der Stadt 2020" vom 4. bis 5. Juni in Potsdam hat der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde in Berlin (BDG), Dr. Achim Friedrich, auf die Bedrohung der Kleingärten durch private Investoren und die Verantwortung der Kommunen aufmerksam gemacht. „Der Verkauf von Kleingärten ist ein Angriff auf ein Kulturgut. Kleingärten leisten einen enormen Beitrag zum städtischen Leben und müssen von den Kommunen geschützt werden.“

Kommunen sollen Verantwortung übernehmen
In Zeiten leerer Kassen will die öffentliche Hand immer mehr städtische Grundstücke wirtschaftlich vermarkten und bietet auch Kleingartenflächen zum Verkauf an. Private Investoren schlagen zu und veräußern die Fläche – naturgemäß – gewinnorientiert. Die Anlagen werden zerstückelt, Pächter sollen ihre Parzelle kaufen und das soziale Vereinswesen bricht zusammen. „Wir fordern, dass die Kommunen die Flächen selber kaufen oder durch Bebauungspläne sichern“, so Dr. Achim Friedrich. „Kleingärtner sollen als Partner in die Stadtentwicklung einbezogen werden. Nur so kann eine ‚Soziale Stadt‘ gewährleistet werden, in der Menschen mit kleinem Geldbeutel, die sich nicht das Häuschen im Grünen leisten können, in der Stadt Erholung, Natur und Gemeinschaft finden.“ Laut einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung sind bislang lediglich 18 Prozent der Kleingartenflächen planungsrechtlich abgesichert.

Mehr als das private Gartenglück
Kleingartenvereine übernehmen heute viele gesellschaftliche Aufgaben, für die der an seine Grenzen gekommene Sozialstaat nicht mehr einstehen kann. Gerade in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten zeigt sich der Wert der Kleingärten: Die Bewirtschaftung eines Kleingartens kostet nur wenig mehr als einen Euro am Tag. Unverpachtete Parzellen werden umgestaltet, um sie sozialen Zwecken – zum Beispiel Schulgärten, Lehr- und Lerngärten, Tafelgärten – dienlich zu machen.

Kleingärten gehören in die Städte
„Kleingärten dürfen nicht verschwinden“, fordert Dr. Achim Friedrich. Das Grün in Wohnungsnähe fördert das soziale Leben in der Stadt und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Generationen, Schichten und Herkunft. Die wachsende Bedeutung der Kleingärten schlägt sich in konkreten Zahlen nieder: Mehr als vier Millionen Menschen nutzen intensiv einen Kleingarten. Und beständig werden es mehr. Zunehmend sind es junge Familien mit Kindern, die es in die mehr als 15.000 Kleingartenvereine zieht.

Im Rahmen des Kongresses „Kleingärten in der Stadt 2020" werden Experten gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Verwaltung über die zukünftige Rolle der Kleingärten in der Stadtentwicklung diskutieren.

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Mehr Informationen zum Kongress und zum Tagungsprogramm: www.kleingaertnerkongress.de

Ansprechpartnerin:
Theresia Theobald, Pressesprecherin
Tel: 030-30 20 71 40
theobald@kleingarten-bund.de (theobald@kleingarten-bund.de)

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