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(07.08.2009, Thomas Wagner)

Pressemitteilung: Kein Freibier mehr

Wie Gärtner die Schneckenplage in den Griff bekommen

(Berlin, 07. August 2009). Allabendlich spielen sich in deutschen Gärten die gleichen Horrorszenarien ab. In der Dämmerung kommen sie heraus, schleimige Eindringlinge, die Salat, Basilikum und Dahlien kahl fressen. Besonders bei Regenwetter fallen sie rücksichtslos über viele Pflanzen her. Beim Kleingärtner bleiben Trauer um die zerstörte Ernte und Wut auf die dreisten Schädlinge zurück. Was wirklich gegen Nacktschnecken hilft und welche Hausmittel man getrost in Omas Mottenkiste verstauben lassen sollte, erklärt der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG).

Bier, Kaffee und Zäune sind wirkungslos
Geheimrezepte wie Barrieren aus Kaffeesatz, Rindenmulch oder Sägespäne haben keine Wirkung, sondern werden von den Schnecken einfach überwunden. „Die klassische Bierfalle ist sogar äußerst kontraproduktiv“, erklärt Thomas Wagner, Fachberater beim BDG. „Die Lockwirkung des Bieres ist so groß, dass sämtliche Schnecken aus den Nachbargärten angelockt werden. Die genießen dann ein Freibier, aber anstatt zu ertrinken, kriechen sie aus der Falle und ziehen plündernd durch die Salatbeete.“ Und auch Schneckenzäune sind ungeeignet. Viele sind fehlkonstruiert, so dass die großen Nacktschnecken einfach darüber kriechen können.

Die Spanische Gefahr
Die häufigste Nacktschneckenart in deutschen Gärten ist mittlerweile die Spanische Wegschnecke, die vermutlich aus Südwesteuropa stammt. Sie ist größer und widerstandsfähiger als die einheimischen Arten und hält Trockenheit gut aus. Aber das Fatalste: Sie ist so eklig, groß und bitter, dass nur ein einziger natürlicher Feind sie aufhalten kann – die indische Laufente. „Aber diese Enten sind keine Schneckenmaschinen“, wendet Wagner ein. „Sie sind – wie Hunde oder Katzen – Tiere, die man halten muss, mit Entenhäuschen und Badeteich.“

Jagen und Sammeln
Eine wirksame Methode ist das Absammeln. „Wer sich per Hand ekelt, kann das mit einer normalen Grillzange tun“, empfiehlt Wagner. Knifflig bleibt die Frage der anschließenden Entsorgung: Die Schnecken in einer Plastiktüte in den Müll zu werfen und dort langsam ersticken zu lassen, fällt eindeutig unter den Tatbestand der Tierquälerei. Etwas aufwändig, aber am wenigsten grausam, ist das Aussetzen der aufgesammelten Schnecken außerhalb des Gartens. Dazu empfiehlt sich eine entfernte Wiese oder Lichtung eher als etwa das Nachbargrundstück. Wer es sich zutraut und nachhaltig für Ruhe im Beet sorgen will, kann Schnecken durch einen sauberen Schnitt mit der Heckenschere den Garaus machen. Die toten Schnecken sollten auf den Kompost, damit sie nicht als energiereiche Nahrung für die Überlebenden dienen.

Schneckenkorn und Vorbeugung
Das erfolgreichste Mittel ist Schneckenkorn. Beim Einkauf sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass Eisen-III-Phosphat enthalten ist. Das ist ungiftig für andere Tiere. Das Schneckenkorn wird von Schnecken gefressen, stoppt deren Fresslust und bewirkt den Rückzug in ihre Verstecke. Dort verenden sie schließlich und die Beete bleiben frei von ausgeschleimten Schneckenkadavern „Gärtner sollten keine Häufchen oder Bannmeilen um die Pflanzen legen“, empfiehlt Wagner. „Damit die Kombination von Lock- und Wirkstoffen optimal wirkt, muss Schneckenkorn sparsam, aber großflächig im Beet verstreut werden.“
Wer für nächstes Jahr vorbeugen möchte, gräbt vor dem ersten Frost den Boden um. Die Schneckeneier kommen so nach oben und können von Vögeln gefressen werden oder erfrieren. Gärtner können auch gleich Blumen pflanzen, die Schnecken nicht mögen. Das sind zum Beispiel Astilbe, Farne, Ziergräser oder Frauenmantel.


Weitere Informationen erhalten Sie beim:
Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG)
Telefon: (030) 30 20 71 40
Email: bdg@kleingarten-bund.de (bdg@kleingarten-bund.de)
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