Schon kurz nach dem Schlupf beginnt die Eiablage der Weibchen: Sie legen ihre Eier an den Wurzelhals der jungen Kohlpflanzen ab. Anschließend entwickeln sich bis zu ein Zentimeter lange weiße Maden, die an den Wurzeln fressen. Betroffene Kohlpflanzen welken bei Befall und sterben nachfolgend ab. Zieht man die Pflanzen aus dem Boden, entdeckt man im Wurzelbereich weißliche, bis zu ein Zentimeter lange Kohlfliegenlarven (Maden). Bei Rettich und Radieschen hingegen werden von den Maden typische Fraßgänge in Rübe oder Knolle zurückgelassen.
Im Haus- und Kleingarten lässt sich ein Befall mit Kohlfliegen weitgehend verhindern, wenn man die Kultur direkt nach der Saat oder Pflanzung mit einem Kulturschutznetz (zum Beispiel Neudorffs SchädlingsschutzNetz) abdeckt. Die Netze schützen später auch vor anderen Kohlschädlingen wie Schmetterlingsraupen oder Mehliger Kohlblattlaus. Kulturschutznetze sollten möglichst während der gesamten Kulturdauer auf den Kohlpflanzen liegen bleiben. Bei frühen Sätzen, die gegen Frost mit Vlies abgedeckt werden, ist bereits ein ausreichender Schutz gegeben. Sollte der Einsatz eines Kulturschutznetzes nicht möglich sein, lässt sich auch eine Behandlung mit dem Insektizid Celaflor Insekten-Streumittel Nexion Neu (Chlorpyrifos) durchführen. Das Granulat ist direkt bei oder nach der Pflanzung an den Wurzelhals der Kohlpflanzen zu streuen und muss anschließend leicht eingearbeitet werden. Bei Direktsaaten kann das Mittel auch in die Saatreihen einbracht werden. Das Mittel ist außer bei Blattkohlen (Chinakohl, Grünkohl und Pak Choi) in allen Kohlarten zugelassen. Alternativ hierzu lassen sich zudem auch Pflanzenstärkungsmittel wie Celaflor Naturen Bio-Schädlingsfrei Streumittel oder Neudorffs Bio-Gemüse Streumittel einsetzen.
Andreas Vietmeier,
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst

Die Kohlfliege (Delia brassicae) tritt jährlich mit zwei bis drei Generationen auf. Sie schlüpft ab Mitte April aus Puppen, die im Boden überwintert haben. Weitere Generationen entwickeln sich im Juli beziehungsweise eventuell von Ende August bis September.