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(06.05.2010, Andreas Vietmeier)

Pflaumensägewespen

Ein Befall mit Pflaumensägewespen zeigt sich bei Pflaumen und Zwetschgen bereits kurz nach dem Fruchtansatz: Junge Früchte rieseln dann bereits zahlreich zu Boden.

Bei genauerer Betrachtung lässt sich an den Früchten ein Ausbohr- und zum Teil ein kleineres Einbohrloch erkennen. Im Innern der Frucht findet man außerdem zu bestimmter Zeit eine bis zu 10 mm lange, weißliche Larve mit gelbbraunem Kopf. Aus dem Ausbohrloch kann zusätzlich bräunlicher bis schwarzer Kot austreten.

Die zur Pflaumen- und Zwetschgenblüte im April/Mai erscheinenden Sägewespen, von denen bei uns zwei Arten vorkommen - die Schwarze Pflaumensägewespe (Hoplocampa minuta) und die Gelbe Pflaumensägewespe (Hoplocampa flava) - legen ihre Eier in das Pflanzengewebe der Kelchblätter (Blüte) ab. Die schlüpfende Wespenlarve bohrt sich anschließend in die jungen Früchte ein, die sie später von innen her aushöhlt. Insgesamt kann eine Larve bis zu sechs Früchte schädigen. Ein Sägewespenbefall wirkt sich aber nicht grundsätzlich ausschließlich negativ aus: Bei übermäßigem Fruchtbehang kann er zu einer durchaus wünschenswerten Fruchtausdünnung beitragen.

Um festzustellen, ob mit einem Pflaumensägewespenbefall gerechnet werden muss, können zur Blütezeit der Pflaumen und Zwetschgen weiße Leimtafeln in die Bäume gehängt werden. Eine anschließende Bekämpfung ist allerdings schwierig: Spritzmaßnahmen lassen sich vor allem bei hohen Bäumen praktisch kaum durchführen. Bei kleinkronigen Bäumen ist gegebenenfalls eine Behandlung zur Zeit der abgehenden Blüte mit dem Insektizid Bayer Garten Schädlingsfrei Calypso Perfekt AF (nichtbienengefährliches Insektizid) möglich.

Als sinnvolle Gegenmaßnahme bleibt somit nur das frühzeitige Herauspflücken bzw. Aufsammeln und Entsorgen von befallenen Früchten. Dies verhindert, dass die Larven aus den befallenen Früchten herauswandern, in den Boden gelangen und später dort überwintern. Ein erneuter Befall im Folgejahr lässt sich so zumindest teilweise eindämmen.

Andreas Vietmeier, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst

Foto: A. Vietmeier

Foto: A. Vietmeier

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