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(28.06.2010, Andreas Vietmeier)

Raupen an Gemüsekohl

Bei warmer Sommerwitterung wird Gemüsekohl häufig verstärkt von Raupen unterschiedlicher Schmetterlingsarten befallen.

Die Raupen fressen an den Blättern und verursachen zum Teil erhebliche Pflanzenschäden. Je nach Raupenart entstehen entweder Fraßstellen am Blattrand, Löcher in den Blättern (zum Teil mit erhaltener Blattoberhaut) oder Bohrlöcher bei Kopfkohl, die bis ins Kopfinnere reichen. Mitunter wird der Kohl auch durch zurückbleibenden Raupenkot verschmutzt.

Die Raupen der einzelnen Schadschmetterlinge lassen sich nach folgenden Merkmalen voneinander unterscheiden:

Kleiner Kohlweißling
hell- bis mattgrün gefärbt mit feiner gelber Rückenlinie, samtartige Körperoberfläche, Länge bis 3,5 cm;

Großer Kohlweißling
gelb-schwarz-grau gefleckt, behaart, bis 4,5 cm lang;

Kohlmotte oder Kohlschabe
unscheinbar, hellgrün gefärbt, schlängelt sich bei Berührung, etwa 1 cm lang;

Kohl- und Gammaeule
in der Farbe variierend von Grün bis Braun, Länge bis 5 cm;

Kohlzünsler
graugrün gefärbt mit dunkelgrüner, hellgrün gesäumter Rückenlinie, etwa 3 cm lang.

Bei schwachem Befall reicht es in der Regel aus, die vorhandenen Raupen abzusammeln. Sind viele Raupen vorhanden, kann gegebenenfalls eine Behandlung mit einem Pflanzenschutzmittel wie z. B. Bayer Garten Schädlingsfrei Calypso Perfekt AF (Wartezeit 14 Tage) oder Ultima Käfer- und Raupenfrei (Wartezeit 3 Tage) durchgeführt werden.

Vorbeugend lässt sich die Befallsgefahr bereits verringern, wenn man die Kohlpflanzen direkt nach der Saat oder Pflanzung mit einem Kulturschutznetz (z. B. Neudorffs SchädlingsschutzNetz) abdeckt. Kulturschutznetze sollten möglichst während der gesamten Kulturdauer auf den Kulturen liegen bleiben. Die Netze schützen auch vor anderen Schädlingen wie Kohlfliege, Mehliger Kohlblattlaus sowie vor Vogelfraß.

Andreas Vietmeier, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Pflanzenschutzdienst


Foto: A. Vietmeier

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