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27.03.2014

Die Vorbereitung der Mitgliederversammlung und die Zukunft der Kleingartenförderung in NRW – zentrale Themen der Vorstandsratssitzung

Haushaltsplanung, Wahlvorschläge, politische Gespräche - das waren die zentralen Themen der diesjährigen Frühjahrstagung des Vorstandsrates am 21. und 22. März in der Landesschule in Lünen. Diese Tagung stand ganz im Zeichen der Vorbereitung der Mitgliederversammlung des Landesverbandes am 10. Mai in Herford, wo der gastgebende Bezirksverband mit Freude und Stolz seine Hansestadt und das Kleingartenwesen präsentieren wird.

Die Vorbereitung der Mitgliederversammlung 2014 war ein zentrales Thema dieser Vorstandsratssitzung.

 

Mitgliederversammlung 2014 in Herford – die sozialen und ökologischen Leistungen des Kleingartenwesens darstellen

So gesehen sind Mitgliederversammlungen nicht nur die höchsten Entscheidungsgremien, sondern auch Orte der Begegnungen und Präsentation. Im Foyer des Schützenhofes werden Bezirksverbandsvorsitzender Helfried Böke und sein Team den Gästen das Besondere des Kleingartenwesens der Stadt und Region präsentieren. Darüber hinaus wird die „Goldanlage“ im Landeswettbewerb 2013, „Lütgendortmund-Nord“, zusammen mit dem Stadtverband Dortmunder Gartenvereine ihre Besonderheiten zeigen. Der Bezirksverband Castrop-Rauxel/Waltrop – eine Hochburg der Jugendarbeit – präsentiert in Zusammen­arbeit mit der Schreberjugend NRW seine Jugendinitiativen. Unter Leitung von Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie, gibt es am Stand des Kinderhilfsprojektes NADESHDA aus Belarus Informationen zu diesem Projekt aus erster Hand. Und gegen Spende können Delegierte und Gäste aus den Verbänden, Politik und Verwaltung Aquarelle der Kinder und Jugendlichen aus NADESHDA erwerben. Das ist der äußere Rahmen dieser Mitgliederversammlung, sozusagen eine öffentlichkeitswirksame Beigabe zu den Tagesordnungspunkten.

Vorstandsmitglied Karin Hegel präsentierte Aquarellzeichnungen von Kindern und Jugendlichen aus NADESHDA und viele Bilder wechselten gegen eine Spende für das Erholungszentrum den Besitzer.

 

Die Mitgliederversammlung 2014 – wir entscheiden

Landesverbandskassierer Jörg Schulz präsentierte einen soliden Jahresabschluss 2013 und eine tragfähige Haushaltsplanung 2014/2015.Den Haushaltsabschluss 2013 und die Haushaltsplanung für die Jahre 2014 und 2015 präsentierte souverän Jörg Schulz, der Kassierer des Landesverbandes. Die Ausgaben 2013 lagen im prognostizierten Rahmen. Bei den Haushaltsplanberatungen wurden weitgehend die Werte der Vorjahre übernommen, auf Grund der starken Lehrgangsnachfragen wurden die Schulungs­kosten leicht nach oben angepasst. Ein solides Zahlenwerk und eine Kassenprüfung ohne Beanstandungen sorgten im Vorstandsrat für eine zügige Behandlung dieses Tagesordnungspunktes mit der Empfehlung an die Mitgliederversammlung, einerseits den Vorstand zu entlasten und andererseits dem Doppelhaushalt 2014/2015 zuzustimmen.

Die personellen Angelegenheiten unter dem Tagesordnungspunkt „Wahlen“ waren auf dieser Vorstandsratssitzung nur noch eine formale Angelegenheit, dank eines bereits seit mehr als einem Jahr offen und intensiv geführten Dialogs über die Besetzung von Vorstandsämtern. Die erste 4-jährige Amtszeit des Landesverbandsvorsitzenden Wilhelm Spieß endet in diesem Frühjahr, die Empfehlung des Vorstandsrates lautet überzeugend „Wiederwahl“. Auch Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie, wird mit einhelliger Unterstützung des Vorstandsrates für eine weitere Wahlperiode kandidieren. Personellen Wechsel gibt es bei den Vorstandspositionen – „Schriftführer“ und „Landes­fach­berater“. Die bisherigen Amtsinhaber Hans-Peter Leßmann, Stadt- und Bezirksverband Münster, und Ludger Niermann, Bezirksverband Bocholt-Borken, hatten schon rechtzeitig signalisiert, dass sie aus persönlichen Gründen für eine erneute Kandidatur nicht mehr zur Verfügung stehen. Und so konnte schon frühzeitig nach geeigneten Kandidaten Ausschau gehalten werden. Für die Position „Schriftführer“ empfiehlt der Vorstandsrat Stephan Winter, 42 Jahre alt, seit ca. 4 Jahren Vorsitzender des Bezirksverbandes Gladbeck. Stephan Winter setzt auf Teamarbeit, Schulung der Kleingärtner und eine gute Ver­an­ke­rung des Kleingartenwesens in Politik und Gesellschaft. Für das Amt „Landesfachberater“ kandidiert, auf Empfehlung des Vorstandsrates, Ulrike Brockmann-Krabbe, 57 Jahre alt, Diplom-Gartenbauingenieurin, schon seit langer Zeit im Referententeam des Landes­ver­bandes aktiv.

Geteilet Freude über zwei runde Betriebsjubiläen und einen Blumenstrauß vom Landesverbandsvorsitzenden für die Jubilare. Die Buchhaltung liegt bei unserer Buchhalterin Helga Kiefer seit 25 Jahren in guten Händen und Claudia Kiefer betreut seit zwei Jahrzehnten in der Geschäftsstelle unsere Schulungsveranstaltungen. (v.l.)

 

Politisch verlässliche und verbindliche Perspektiven schaffen

Viel Raum und Zeit füllte eine leidenschaftlich geführte Diskussion über die Zukunft der Kleingartenförderung in NRW. Seit Bestehen unseres Bundeslandes hat es immer einen Landeshaushalt mit der Position „Kleingartenförderung“ gegeben. Die hier eingestellten Mittel wurden früher vorwiegend für den Neubau von Kleingartenanlagen verwendet, heute steht die Umgestaltung von Altanlagen, also die Schaffung von Biotopstrukturen, zeitgemäßen Spielbereichen für Jung und Alt, Lehr- und Lerngärten etc. im Vordergrund. Im Rahmen des heute oft von der Politik zitierten Stadtumbaus und des sogenannten Quartiersmanagements müsste die Förderung der Umgestaltung von Kleingartenanlagen höchste Priorität haben. Hat Sie aber nicht! Gerade mal 150.000 € freie Landesmittel hat Rot/Grün 2014 für die Kleingartenförderung in den Kommunen in den Landeshaushalt eingestellt. „Wir sind damit an einer unteren Grenze angekommen, wo die Kommunen mangels Verteilungsmasse von einer Antragsstellung Abstand nehmen“, betonte Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß, dem die Fördermittelpraxis bestens bekannt ist aus seiner Dienstzeit bei der Stadt Dortmund. Die Zukunft der Kleingartenförderung ist damit auch immer ein Topthema bei den Gesprächen mit den Landtagsfraktionen. Am 29. Januar stand diese Thematik ganz oben an im Dialog mit dem parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Marc Herter, und der kleingartenpolitischen Sprecherin der Fraktion, Cornelia Ruhkemper. Mangels Zeit und Vorbereitung von Seiten der Abgeordneten konnte die nachhaltige Sicherung der Kleingartenförderung nur ansatzweise erörtert werden. Im Gegenteil! Mit knappen Worten skizzierte Marc Herter die Zukunft einer neuen Landesförderung, wo das Kleingartenwesen, so die Befürchtung der beiden Landesverbände, sich als Anhängsel irgendwie wiederfindet oder als Fußnote untergeht. Wir plädieren für die Beibehaltung einer eigenständigen Kleingartenförderung mit Fortschreibung der Kleingartenförderrichtlinien über das Jahr 2014 hinaus. Diese Zielrichtung haben wir auch am 18. März mit der Fraktion Bündnis90/Die Grünen erörtert. Norwich Rüße, verantwortlich für das Kleingartenwesen bei den Grünen und Festtagsredner dieser Mitgliederversammlung, betonte ausdrücklich die Wichtigkeit der Beibehaltung einer eigenständigen Kleingartenförderung. Weitere Gespräche werden folgen: bis zum 27. März werden wir mit allen im Landtag vertretenen Fraktionen, SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen, FDP und Piraten, in Sachen Kleingartenförderung gesprochen haben. Auch die Bezirks-/Stadtverbände erörtern verstärkt die Kleingartenförderung mit ihren Landtags­ab­geord­neten. Von einem angenehmen Gespräch berichtet Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß mit dem Landtagsabgeordneten Gordan Dudas aus Lüdenscheid. Der Bezirksverbandsvorsitzende Heinrich Pickl hatte „seinen Landtagsabgeordneten“ zu Kleingartengesprächen eingeladen und gleichzeitig die Landesverbandsspitze mit einbezogen. „Das ist ein guter Weg, den wir in Zukunft öfter gehen sollten“, meinte Franz Theilenberg, Gelsenkirchen, und signalisierte, dass er zeitnah die Landtagsabgeordneten in seiner Stadt ansprechen werde. Alles in allem werden die politischen Gespräche zur Kleingartenförderung in Düsseldorf und in den Wahlbezirken auch in den nächsten Wochen und Monaten ein Dauerbrenner sein. Mit dem Appell von Werner Heidemann „wirkt mit, geht auf Eure Kommunal- und Landespolitiker aktiv zu, nutzt Eure Beziehungen vor Ort, die Politiker für unsere Anliegen anzuschieben“, endete eine zielorientierte und vor allem mit großer Leidenschaft geführte Diskussion zur Kleingartenförderung in NRW.

Weitere Themen, wie die Jugendarbeit mit der Deutschen Schreberjugend NRW, Schulungen an der Landesschule, das Expertenforum zum Thema „Garten und Kinder“, am 9. August auf dem Versuchsgelände von Kiepenkerl-Samen in Münster, und der 3. Bundeskleingärtnerkongress am 22. und 23. Mai in Kassel, ergänzten die Tagesordnung.

Jugendarbeit bringt den Nachwuchs in die Vereine – davon sind Christian Ernst, Vorsitzender der Deutschen Schreberjugend NRW, und Stephan Bevc, Vorstands­mit­glied für Jugendarbeit, überzeugt. (v.l.)

 

Erfreulich – Landesregierung beschließt Ausschreibung für Landesgartenschauen

Ein besonderes Anliegen für Gartenfreunde ist gewiss die Landesgartenschau 2014 in Zülpich. Über die nachhaltige Einbindung dieser Gartenschau in das Stadtbild von Zülpich und ihre Ausstellungsschwerpunkte informierte Judith Dohmen-Mick, die Prokuristin dieser Landesgartenschau. Die Beteiligung des Kleingartenwesens ist selbstverständlich, mit einem bunten und artenreichen Garten zeigen unsere Kollegen aus dem Rheinland in Zülpich praxisnah das A und O des naturnahen Gärtnerns.

Die Landesgartenschau 2014 in Zülpich liegt bei Judith Dohmen-Mick und ihrem Team in guten Händen.

Sehr Erfreulich! Landesgartenschauen in NRW haben Zukunft. Die Landesregierung hat die Ausschreibungen der Landesgartenschauen für die Jahre 2020 und 2023 auf den Weg gebracht. Was für Landesgartenschauen möglich ist, sollte auch für die Kleingarten­för­de­rung selbstverständlich sein: politisch verlässliche und verbindliche Perspektiven schaffen, statt rhetorische Lippenbekenntnisse.

Werner Heidemann