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30.07.2015

Gartenfachexkursion des Vorstandsrates - mehr als eine Lehrfahrt

Die diesjährige Fachlehrfahrt führte die Mitglieder des Vorstandes und des Vorstandsrates in die Havelregion zur Bundesgartenschau (BUGA) 2015. Einmalig in Deutschland findet eine BUGA in zwei Bundesländern statt. An fünf Standorten zwischen Havelberg in Sachsen-Anhalt und der Domstadt Brandenburg in Brandenburg präsentierte sich uns ein buntes Gartenband. Jedoch der Reihe nach.
Nach kurzer Busfahrt erreichten wir die Autostadt in Wolfsburg. Hier erwartete uns eine herausragend gestaltete Gesamtfläche. Wasser-, Wege- und Grünflächen umfangen Ausstellungspavillons, in der die gesamten Firmenpalette des VW Konzerns präsentiert wird. Neben den Nobelmarken Bugatti und Lamborghini wird auch die Firmenentwicklung u. a. von Audi, VW, Porsche und Skoda gezeigt. Mittelpunkt ist jedoch das Zeithaus, in dem sich die Geschichte des Automobils, an Marken und Fahrzeugen gezeigt, befindet.

Am späten Nachmittag erreichten wir Tangermünde, unser Stadtquartier, von dem aus wir in den nächsten beiden Tagen drei Standorte der BUGA besuchten. In der Domstadt Brandenburg regen 33 Themengärten dazu an sich mit neuen Gestaltungs- und Gar­ten­ideen zu befassen. Ein besonderer Höhepunkt ist der Marienberg mit zahlreichen Rosenarten und einer beeindruckenden Staudenpflanzung mit alten und neuen Sorten.


Dr. Neuhäuser von der NABU Station Tangermünde-Buch erklärte den Teilnehmern am Modell den Verlauf der Elbe.


In Rhinow/Stölln folgten wir den Spuren Otto Lilienthals, dem Flugpionier. Erstaunlich ist das dort stehende Langstreckenflugzeug, eine Iljuschin 62, die als Museum und Stan­des­amt dient. Viele waren von dem Dokumentationsfilm der Landung dieses Jets auf der Grasbahn des dortigen Flughafens fasziniert.
Havelberg der dritte von uns besuchte Ausstellungsteil lockt hauptsächlich mit seiner Kleingartenanlage, dem Dom und Domgarten sowie einer abwechslungsreichen Blu­men­schau in der Kirche St. Laurentius.
Ein besonderer Höhepunkt war ein Rundgang durch das Elbe-Landmuseum unter Führung von Herrn Dr. Neuhäuser vom NABU. Eine Kamera zeigte uns Livebilder aus einem Stor­chen­nest. An einem Elbemodell sieht man, wie die katastrophalen Jahrhunderthochwasser entstehen konnten. Bei einer Kremserfahrt lernten wir die Elbauen, ihre Geschichte und Tier- und Pflanzenwelt kennen. Ein besonderes Dankeschön gebührt an dieser Stelle Herrn Dr. Neuhäuser für seine engagierte Führung und die fachlichen und historisch her­vor­ra­gen­den Informationen.


Geschichte hautnah erleben. Stölln war das letzte Flugziel für die Iljuschin 62 der DDR Fluglinie INTERFLUG. LADY AGNES parkt heute im Blütenmeer auf dem Gollenberg, wo einst Otto Lilienthal seine ersten Flugversuche wagte.


Zum Abschluss begegneten wir im Kloster Jerichow einem romanischen Denkmal von internationalem Rang und lernten die Geschichte und Kultur dieses Gebietes kennen.

Nun aber zu einem weiteren wichtigen Punkt. Warum steht in der Überschrift - mehr als eine Lehrfahrt? Sicher, die meisten kennen sich von Tagungen, Sitzungen und Ver­samm­lun­gen. Aber wann bietet sich die Gelegenheit sich auch persönlich näher kennenzulernen? Die Lehrfahrt war eine solche Gelegenheit, und sie wurde von allen Teilnehmern genutzt. In unterschiedlichen Gruppen - oft wechselte die Zusammensetzung während der Spa­zier­gän­ge in den Gartenschauteilen - wurde diskutiert, Fachliches erläutert oder auch kritisiert. Auch Privates kam zur Sprache. Es wurde sich für die frei zur Verfügung stehende Zeit verabredet. Die begonnenen Diskussionen wurden fortgesetzt oder neue Gespräche geführt. Wir lernten uns näher kennen, bekamen Einblick in die Gedanken der anderen. Eine oder Einer lernte den anderen besser zu verstehen. Von einem Gartenfreund hörte ich: „Wilhelm, das war eine prima Sache. Jetzt habe ich den Gartenfreund ganz anders kennen und schätzen gelernt. Das hatte ich so gar nicht erwartet.“
Ich bin sicher, diese Begegnungen am Rande sind in vielen Fällen wertvoller als schöne Reden oder Vorträge.

So bildete die Fachlehrfahrt ein gelungenes Zusammenspiel von Fachlichkeit, Kultur, Ge­schich­te und neu entstandener Gemeinsamkeit. Das dies gelingen konnte, ist den Mit­ar­bei­te­rin­nen der Geschäftsstelle, insbesondere aber unserem Geschäftsführer Werner Heidemann zu verdanken. Hierfür ein herzliches Dankeschön!

Wilhelm Spieß, Landesverbandsvorsitzender