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10.05.2016

Unverzichtbarer Bestandteil

Auszüge aus dem Grußwort vom Vorsitzenden Wilhelm Spieß

Das Kleingartenwesen in Deutschland ist gefestigt, hat sich weiterentwickelt und seinen Platz in der Gesellschaft gefunden. Wir in NRW sind stolz darauf, ein we­sent­li­cher Teil dieser Entwicklung zu sein. Das Kleingartenwesen in unserem Land ist ein stabiler Faktor und allgemein anerkannt. Der heutige Kleingarten ist mehr als ein Ort der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln oder der Erholung für den Einzelnen. Kleingartenanlagen stellen einen unverzichtbaren Bestandteil unserer Städte und Gemeinden dar.


Grußwort von Wilhelm SpießVorsitzender Wilhelm Spieß stellte in seiner Begrüßungsrede die gesellschaftlichen Leistungen des Kleingartenwesens in den Vordergrund.


Im Ballungsraum haben die Kleingartenanlagen ihren Wert als gliederndes Element, als gepflegtes „Pantoffelgrün“, als Frischluftschneise, als sozialer Treffpunkt und Bindeglied für viele Gesellschaftsbereiche. Im ländlichen Raum fehlen Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere. Hier springen unsere Anlagen mit ihrer Artenvielfalt und Ve­ge­ta­tions­reich­tum ein.

Über 90 % unserer Anlagen befinden sich in kommunalem Besitz. Das Bun­des­klein­gar­ten­ge­setz schützt unsere Gärten auch in Bezug auf die Höhe des Pachtzinses. Was leisten wir Kleingärtnerinnen und Kleingärtner hierfür? Die Anlagen werden kos­ten­güns­tig gepflegt, oft besser als andere Grün- und Freiflächen. Anlagen und Ver­eins­häu­ser sind Treffpunkte für alle Bevölkerungsschichten, egal ob alt oder jung, pri­vi­le­giert oder unterprivilegiert, behindert oder nicht behindert, deutschstämmig oder mit Migrationshintergrund.

Ebenso stellen Kleingärten Werte im Gesundheitsbereich dar. Nicht nur die Bewegung im Garten in der frischen Luft ist gesundheitserhaltend und -fördernd. Auch hier ist nicht nur der Gartennutzer allein bevorteilt, sondern die gesamte Bevölkerung pro­fi­tiert von den Anlagen.

Die Berücksichtigung dieser Werte in der Stadt- und Landschaftsplanung ist ein Gebot unserer Zeit. Kleingartenanlagen müssen den Quartieren und Ortsteilen der Städte und Gemeinden unmittelbar zugeordnet werden. Allen Bürgern muss die Nutzung dieses Grüns im Nahbereich ermöglicht werden. Wir bitten nicht um Unterstützung durch Politik und Verwaltung. Nein, auf Grundlage unserer Leistungen für die All­ge­mein­heit und als Gebot unserer Landesverfassung fordern wir diese Unterstützung ein. Kleingartenanlagen sind das wert!

Wir leisten aber noch mehr: Die Gartenfreunde springen ehrenamtlich in die Bresche, die durch den Rückzug der Städte und Gemeinden aus Verwaltungsaufgaben entstanden ist. Das Ehrenamt kann aber nur effektiv ausgeübt werden, wenn eine Hilfestellung im Hinblick auf Ausbildung und Weiterbildung geleistet wird. Unser Landesverband verfügt mit seiner Landesschule und Geschäftsstelle über glänzende Voraussetzungen hierfür. Ein gut ausgebildetes und hervorragend motiviertes Referententeam ermöglicht und garantiert die Weiterbildung.

Die Ausbildungs- und Schulungsarbeit verändert aber auch ihr Gesicht. Neben der traditionellen Aus- und Weiterbildung der Fachberater verstärkt sich das Interesse an den – neudeutsch gesagt – „Vereinsmanagementaufgaben“. Aufgaben, die in der Vergangenheit von den Kommunen wahrgenommen wurden, werden den Vereinen und Verbänden übertragen.

Damit steigen auch die Anforderungen der ehrenamtlich Tätigen an die Weiterbildung im Pachtrecht, Versicherungs- und Vereinsrecht sowie der steuerrechtlichen Ver­ant­wor­tung. Hierbei stoßen wir als Landesverband auch an die Grenzen unserer fi­nan­ziel­len Möglichkeiten.

Dieser Umstand erfordert eine Erhöhung der Finanzmittel auf allen Seiten. Ich sage dies hier ganz bewusst und selbstbewusst. Unser Landesverband setzt jedem Euro, der aus der Landesförderung an unserer Landesschule verwand wird, auch einen Euro aus Eigenmitteln entgegen.

Die Nachfrage an unseren Schulveranstaltungen und der Weiterbildung ist un­ge­bro­chen. Im Gegenteil, sie ist in den letzten Jahren gestiegen. Gerade jüngere und noch im Arbeitsprozess stehende Menschen opfern Urlaub und Freizeit, um sich für die Übernahme eines Ehrenamtes als Vorstandsmitglied zu wappnen. Ich denke, für dieses Ehrenamt ist das Geld gut angelegt.