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11.06.2014

Herford war vorbildlicher Gastgeber

Mitgliederversammlung 2014 des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner

Geprägt von einer disziplinierten Arbeitsweise, zügigen Abwicklung und dennoch nicht frei von heiteren oder besinnlichen Momenten, verlief am 10. Mai 2014 die turnusmäßige Mitgliederversammlung des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner. In seiner ostwestfälischen Heimat erwies sich dabei der Bzv. Herford als aufmerksamer und vorbildlicher Gastgeber. Im „Schützenhof“ konnte Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß neben vielen Ehrengästen 165 stimmberechtige Delegierte aus den Stadt- und Bezirksverbänden begrüßen.

Neben weiteren Vertretern der Herforder Lokalpolitik und heimischen Fachämtern waren Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink, SPD-Bundestagsabgeordneter Stefan Schwartze, SPD-Landtagsab-geordneter Christian Dahm, sein CDU-Pendant Henning Rehbaum und der stellvertretende Landrat Hartmut Golücke Gäste bei der Mitgliederversammlung. Ein langjähriger politischer Wegbegleiter des Landesverbandes, der Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker (CDU), musste, wie Helfried Böke, Vorsitzender des Bzv. Herford, wegen einer plötzlich aufgetretenen Erkrankung sein Mitwirken absagen.

Grußwort des Bürgermeisters Bruno Wollbrink

Beeindruckt von der demonstrierten Geschlossenheit der Delegierten, ebenso angesichts einer großen Schar einflussreicher Ehrengäste, zeigte sich Herfords Bürgermeister Bruno Wollbrink in seinem Grußwort bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Landesverbandes im Herforder „Schützenhof“. Dies zeige die starke Position der Mitglieder des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner in ihren Städten, Gemeinden und im Land Nordrhein-Westfalen.

„Es ist mir eine große Freude, dass Herford Ausrichter Ihrer Mitgliederversammlung ist. Denn das ist gleichzeitig auch eine Anerkennung der vorbildlichen Arbeit des Bezirksverbandes Herford, der bereits 1970 gegründet wurde. Neben sieben Herforder Kleingärtnervereinen gehören auch zwei Vereine aus der Nachbarstadt Löhne dem Bezirksverband an, die in 353 Gärten auf einer Fläche von über 170.000 qm ihren Mitgliedern die Chance bieten, ihrem kleingärtnerischen Hobby zu frönen“, warb Herfords oberster Bürger auch für das Kleingartenwesen in der Hansestadt Herford.

„Die Kleingartenanlagen sind aus Herford nicht mehr wegzudenken. Ohne diese Gärten wäre unsere Hansestadt um Einiges ärmer. Sie sind ohne Frage die grüne Lunge unserer Stadt“, hob Wollbrink ihren Stellenwert hervor. Sie leisten außerdem einen offensiven Beitrag zum Thema Integration. „Und für die Zukunft der Städte ist es von enormer Bedeutung, Menschen mit Migrationshintergrund in städtische Strukturen einzubeziehen. Das machen die Vereine im Bezirksverband vorbildlich“, lobte Wollbrink, der nach der Kommunalwahl am 25. Mai aus seinem Amt ausgeschieden ist.

Wolfgang Winkeler nutzte deshalb in Abwesenheit des erkranken Bezirksverbandsvorsitzenden Hellfried Böke die Gelegenheit, dem langjährigen Bürgermeister für seinen Einsatz und seine konstante Unterstützung für das heimische Kleingartenwesen zu danken.

 

Als Dankeschön ein Blumenstrauß für die gute Zusammenarbeit von Wolfgang Winkeler, Bezirksverband Herford, für den scheidenden Bürgermeister der Stadt Herford, Bruno Wollbrink.
Grußworte im Namen der SPD-Landtags- und Bundestagsfraktion von Christian Dahm, MdL, und Stefan Schwartze, MdB.


Aus den Reihen des Landesverbandes wurden besonders die Ehrenmitglieder Werner Bolder und Matthias Krahnke, der Vorsitzende der deutschen Schreberjugend NRW, Christian Ernst, die Kassen prüfer Rolf Schäfers, Heinz Grüneberg und Reinhard Sender, Geschäftsführer Walter Voss vom Kleingartenversicherungsdienst (KVD), der ehemalige Pressebeauftragte des Bundesverbandes Deutscher Gartenfreunde (BDG) und langjährige Referent an der Landesschule, Rolf Neuser, so wie die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle willkommen geheißen. Willkommen natürlich auch für Norwich Rüße, den kleingartenpolitischen Sprecher der Bündnis 90/Die Grünen Fraktion im Landtag NRW.

Ein Blumenstrauß für die neu gewählten Kassenprüfer (v.l.): Rolf Schaefers, Bochum, Heinrich Grüneberg, Münster, und Reinhard Sender, Bielefeld

Norwich Rüße, MdL Bündnis 90/Die Grünen, hielt den Festvortrag.


Grußworte
Wilhelm Spieß erinnerte in seinem Grußwort an die Wurzeln des deutschen Kleingartenwesens. Vor 200 Jahren wurden in Kappeln an der Schlei die ersten Armengärten angelegt und die Schreberbewegung schlug vor 150 Jahren in Leipzig ihre Wurzeln. Seitdem hat sich das Kleingartenwesen weiterentwickelt und in der Gesellschaft fest verankert.

In NRW ist es allgemein anerkannt, ein stabiler Faktor und gibt Grund zu berechtigtem Stolz. Wir machen in NRW deutlich, dass unsere Kleingartenanlagen mehr als Orte der Versorgung mit gesunden Lebensmitteln oder der Erholung für den Einzelnen sind. Sie bedeuten darüber hinaus einen Mehrwert für Städte und Gemeinden, repräsentieren Werte in der Stadtgestaltung und dem Ortsbild. Im Ballungsraum dienen sie als gliederndes Element, Pantoffelgrün und Frischluftschneisen. Im ländlichen Raum, oft geprägt von Monokulturen, sind sie Rückzugsräume für Flora und Fauna, bieten Artenvielfalt und Vegetationsreichtum.

Wilhelm Spieß führte weiter aus: „Kleingartenanlagen haben darüber hinaus eine große Bedeutung aus sozialer und pädagogischer Sicht. Sie sind außerdem bedeutend für die Gesunderhaltung der Menschen nach dem Motto: Hast du Kummer, bist nicht munter, geh’ in den Garten und grabe ihn unter“. Sein Appell an Politiker, Verwaltungsfachleute, Delegierte und Gäste war dabei selbstbewusst und eindeutig: „Der Landesverband bittet nicht nur um Unterstützung durch die Politik und Verwaltung. Nein, auf Grundlage unserer eigenen Leistungen für die Allgemeinheit und als Gebot unserer Landesverfassung fordern wir diese Unterstützung ein. Kleingartenanlagen sind das wert.“ Wilhelm Spieß weiter: „Die Basis dieser Forderung sind auch die vielen Ehrenamtlichen, die als Fachberater oder Vereinsmanager in den Vereinen wirken und dafür viel Urlaub und Freizeit opfern. Ihnen gilt unser Dank. Genauso wie den Referenten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle und Schule des Landesverbandes für ihre Arbeit und ihr Engagement“.


Peter Schulz, stellv. Vorsitzender des Landesverbandes, gratuliert dem alten und neuen Vorsitzenden der westfälisch-lippischen Kleingärtner, Wilhelm Spieß.

Sein Dank ging letztlich auch an alle bisherigen Landesregierungen, Politikerinnen und Politiker auf den verschiedenen Ebenen sowie das Umweltministerium für die bisherige Unterstützung. Mit einem abschließenden Dankeschön an den Gastgeber Bzv. Herford für seine Unterstützung schloss Wilhelm Spieß sein einleitendes Grußwort, bei dem er Entschlossenheit im Sinne des Verbandes demonstrierte.

Bei den folgenden Grußworten der politischen Mandatsträger fand diese offenkundig bereits Resonanz, waren doch dabei Zusagen für eine weitere finanzielle und ideelle Unterstützung – zunächst einmal wenigstens verbal. Sowohl MdB Stefan Schwartze sowie die Landtagsabgeordneten Christian Dahm und Henning Rehbaum, dieser auch im Namen des abwesen-den MdB Reinhold Sendker, stellten bei ihren Grußworten weiterhin Förderung in Aussicht. Auch die Schutzfunktion der Kleingartenanlagen solle weiterhin unantastbar bleiben, verkündete Stefan Schwartze.

Für die CDU-Landtagsfraktion sprach Henning Rehbaum.


Norwich Rüße sichert Unterstützung zu
Landtagsabgeordneter Norwich Rüße (Bündnis 90/Die Grünen) sicherte bei seinem Festvortrag weiterhin Förderung und Unterstützung zu. Zum Thema „Gesellschaft im Wandel – die soziale und ökologische Bedeutung von Kleingärten“ ging er nicht nur auf deren Bedeutung aus verschiedenen Blickwinkeln ein, sondern wagte auch Prognosen und gab eigene Anregungen für die mittelfristige Zukunft.

Die knapp 120.000 Kleingärten in rund 1.600 Kleingartenanlagen in NRW sind mitten in unseren Städten und in ihrer Bedeutung gar nicht zu unterschätzen. Sie sind nicht nur für das soziale Miteinander und die gesellschaftliche Integration wichtig und bieten ein großes Potential mit Blick auf soziale Strukturen und soziales Lernen, sondern haben auch eine wichtige ökologische Funktion. Während es in NRW oft dramatisch anmutende Rückgänge zum Beispiel bei Singvogelbeständen gibt, nehmen diese in Kleingartenanlagen eher zu. Sie tragen so dazu bei, dass im städtischen Raum viele kleine Inseln ökologi-scher Vielfalt bestehen. So haben wir in städtischen Gebieten keinen „stummen Frühling“, weil in Kleingartenanlagen Singvögel sehr wohl noch zu hören sind, wandte sich Norwich Rüße an die anwesenden Delegierten.

„Kleingärtner können im Gegensatz zum Erwerbsgartenbau auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt unserer Kulturpflanzen leisten, eben weil sie nicht gezwungen sind, das Letzte aus dem Boden herauszuholen“, so der Parlamentarier. Mit seiner Kernaussage: „Weil das so ist, verbietet es sich aus meiner Sicht auch, Kleingartenanlagen auch nur gedanklich in irgendeiner Weise als eine Art städtische Baulandreserve zu sehen. Wer das tut, hat – auch in Zeiten von Wohnungsmangel in einigen unser Städte – nicht verstanden, welche Leistungen Kleingärten insgesamt für die Gesellschaft erbringen!“, forderte Rüße den Zwischenapplaus der Versammlungsteilnehmer heraus.

Neben der ökologischen und sozialen Bedeutung sind Kleingartenanlagen aber auch wichtige Orte der Entspannung und Erholung, bieten einen kleinen Kurzurlaub mit ganz kurzen Anfahrtswegen. All dies rechtfertigt den Erhalt des Kulturgutes Garten. Vor allem, weil sich wieder jüngere Menschen für das Thema Garten zu interessieren beginnen. Dies ist eine gute Chance, neue Mitglieder zu gewinnen. „Tun Sie nicht nur Gutes, sondern reden sie darüber, auch mit Hilfe der neuen Medien“, ermunterte Rüße die Delegierten.

Aufgrund der aufgeführten Bedeutung und letztlich auch Dank der Verankerung des Kleingartenwesens in der Landesverfassung sei er sich sicher, dass der jetzige Finanzrahmen der finanziellen Unterstützung durch die Landesregierung erhalten bleibt und darüber hinaus eine Förderung des Kleingartenwesens aus anderen Fördertöpfen in Frage kommen kann.

Norwich Rüße schloss seinen Festvortrag mit einem Mut machenden Statement: „Ich bin auch davon überzeugt, dass das Kleingartenwesen unserer Gesellschaft viele positive Impulse gibt und des halb auch eine gute Zukunft vor sich hat.“

Die Delegierten erteilten dem Vorstand nach dem positivem Geschäfts- und Kassenbericht einstimmig Entlastung.

In seinem Bericht ging der Verbandvorsitzende Wilhelm Spieß noch einmal prägnant auf einige Ereignisse der Verbandspolitik in den vergangenen zwei Jahren ein. Dies waren einerseits Gespräche im politischen Raum. Vor allen Dingen im Hinblick auf die sinkende finanzielle Unterstützung der Landesregierung: Andererseits war es der Landeswettbewerb „Kleingartenanlagen in NRW“, internationale Partnerschaften und Begegnungen, die Kooperation mit dem Kleingartenversicherungsdienst (KVD) und dem Verlag W. Wächter. Gerade die enge Zusammenarbeit mit diesem Verlag und der damit verbundenen Firma Abraxas Medien, ist ein wichtiges Fundamente bei der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes (Mitgliederzeitschrift „Gartenfreund“ und Internetauftritt des Landesverbandes).

Delegierte entlastenden Vorstand

Auch der Kassenbericht hatte den Delegierten im Vorfeld vorgelegen. Bei der ersten Präsentation seines Kassenberichtes im Rahmen einer Mitgliederversammlung ging der neue Kassierer des Verbandes, Jörg Schulz, souverän und verständlich auf seine wichtigsten Positionen ein, wie auch später bei der Vorstellung des Haushaltplanes. „Die finanzielle Lage des Verbandes ist insgesamt positiv zu bewerten, dennoch muss die Entwicklung weiterhin mit Augenmaß und verantwortungsvollem Weitblick betrachtet werden“, so Jörg Schulz. Die Delegierten der Mitgliederversammlung erteilten des halb folgerichtig dem Landesverbandsvorstand einstimmig Entlastung.

Neue Mitglieder im Landesverbandsvorstand
Das Ausscheiden des bisherigen Fachberaters Ludger Niermann und des Schriftführers Hans Peter Leßmann aus persönlichen Gründen, die in ihrem bisherigen Wirkungskreis verabschiedet wurden, machten Neuwahlen erforderlich.

Ulrike Brockmann-Krabbe wurde einstimmig zur Landesfachberaterin und Stephan Winter zum Schriftführer gewählt. Eindeutig und einstimmig geriet auch der Vertrauensbeweis bei der Wiederwahl des Vorsitzenden Wilhelm Spieß und der Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie, Karin Hegel. Die Kassenprüfer wurden anhand des rollierenden Systems in der Reihenfolge Rolf Schäfers (Stadtverband Bochum), Heinz Grüneberg (Stadt- und Bezirksverband Münster) und Reinhard Sender (Bezirksverband Bielefeld) bestätigt. Positive und harmonische Grundstimmung also, trotz oder wegen sicher berechtigter kritischer Untertöne an die Adresse politischer Mandatsträger in puncto Fördermittel.

Da blieb Wilhelm Spieß zum Abschluss nur erneut allen Beteiligten Dank zu sagen, die im Vorfeld und beim Verlauf der Mitgliederversammlung eine zügige und gelungene Durchführung ermöglicht haben. Natürlich galt sein Dank besonders den Akteuren, die ein attraktives Rahmenprogramm im Foyer des Schützenhofes gestaltet hatten. Der Bezirksverband Castrop-Rauxel und die Deutsche Schreberjugend NRW präsentierten Kleingarten- und Jugendprojekte sowie das Projekt „Fair Trade Stadt“. Frauen des Landesverbandes verkauften Blumenampeln, gärtnerische Produkte und Aquarellzeichnungen der Kinder aus Belarus für „NADESHDA“. Der Bezirksverband Herford präsentierte verbal und visuell das Kleingartenwesen seiner Stadt und Region. Der SV Dortmund informierte über den Gewinner der Goldmedaille im Landeswettbewerb, die Gartenanlage „Lütgendortmund Nord“. Ein Augen- und Ohrenschmaus war der musikalische Beitrag: der Chor Rodnik unter der Leitung von Liidia Wingert. Er sorgte zum Auftakt mit internationalen Songs dafür, dass die Delegierten heiter und beschwingt zur Tagesordnung übergingen.

 

Frauenquote und Altersdurchschnitt verbessert

Für eine Verbesserung der Frauenquote und Senkung des Altersdurchschnitts sorgten erforderliche Neuwahlen. Als Nachfolgerin für den bisherigen Landesfachberater Ludger Niermann wählten die stimmberechtigten Delegierten Ulrike Brockmann-Krabbe aus Münster zur neuen Fachberaterin. Sie lebt dort mit ihrem Ehemann Martin, ebenfalls Referent an der Landesschule, ist 56 Jahre alt und hat nach einer Gärtnerlehre ein Studium der Fachrichtung Gartenbau sowie zusätzlich der Ökologie absolviert. Sie arbeitet als Gartenbauingenieurin bei der Bezirksregierung Münster und befasst sich dort mit Umgestaltungsprojekten von Gewässern.

Seit vielen Jahren betätigt sie sich aktiv im Referententeam des Landesverbandes und ist zuständig für die Ausbildung und Prüfung der Fachberater. „Fortbildung im Rahmen der Fachberatung an unserer Landesschule ist eine ganz tolle Sache, der ich mich jetzt noch mehr widmen kann“, freute sie sich nach ihrer Wahl auf bevorstehende Aufgaben und Projekte.

Zusammen mit Karin Hegel, die für weitere vier Jahre zur Landesfachberaterin für Frauen, Jugend und Familie gewählt wurde, wird sie für noch mehr „Frauenpower“ in der Vorstandsriege sorgen.

Als Nachfolger für Hans-Peter Lessmann wird Stephan Winter aus Gladbeck den Landesverbandsvorstand als neuer Schriftführer verstärken. Er ist 41 Jahre „jung“, engagiert sich seit rund zehn Jahren aktiv als Kleingärtner und leitet seit 2010 als Vorsitzender den Bzv. Gladbeck der Kleingärtner. Dort hat er eine junge Vorstandsmannschaft geformt, in der anstehende Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden. Er gilt als überzeugter Teamarbeiter. Winter ist ein absoluter Befürworter der Mitgliederschulung und politischen Kontaktpflege auf allen dafür in Frage kommenden Ebenen.

 


Hans-Peter Leßmann hat mehr als ein Jahrzehnt die Arbeit im Landesver-bandsvorstand mitgestaltet und geprägt. Die Integration aller Bürger in das Kleingartenwesen war eine seiner Schwerpunktaufgaben.

Herzliche Verabschiedung des ehemaligen Landesfachberaters Ludger Niermann

 

Ludger Niermann und Hans-Peter Leßmann verabschiedet

Die Stunde des Abschiednehmens war auf der Mitgliederversammlung für zwei über viele Jahre aktive Vorstandsmitglieder gekommen: aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen kandidierten Ludger Niermann und Hans-Peter Leßmann nicht mehr für ihre bisherigen Vorstandsämter.

Seit 1986 war der bisherige Landesfachberater (dieses Amt führte er sechs Jahre aus) Ludger Niermann an der Landesschule und anderen Schauplätzen engagiert für den Verband aktiv. Verbandsvorsitzender Wilhelm Spieß, der vor rund 28 Jahren gemeinsam mit Ludger Niermann als Referent an der Landesschule begann, würdigte Niermanns Verdienste besonders bei der Schulung der Fachberaterinnen und Fachberater. „Du hast bei dieser Aufgabe stets eine hohe Teamfähigkeit und eine ausgezeichnete Fachkompetenz unter Beweis gestellt. Darüber hinaus ist es Dir gelungen, die Belange der Fachberatung markant in die Öffentlichkeit zu tragen. Nicht zuletzt auch durch Deine Mitwirkung im Redaktionsteam des Verbandes“. Der Vorsitzende bescheinigte ihm darüber hinaus, dass er durch vielfältige und neue Ideen, die er engagiert mit realisierte, das Niveau der Fachberaterausbildung weiter gesteigert hat.

Sicher scheidet Ludger Niermann, der auch anderweitig sozial engagiert ist und einen neuen Lebensabschnitt beginnen will, mit einem lachenden und weinenden Auge.

„Ich habe während der vielen Jahre meines Mitwirkens im Verband viel erfahren. Dabei habe ich mich weiterentwickelt, besonders bei meiner Lehrtätigkeit gelernt, immer mehr die Pflanze in den Mittelpunkt zu rücken. Neben dem Fachlichen waren vor allem das menschliche Miteinander und der Gedankenaustausch untereinander stets wichtige Erlebnisse, an die ich mich immer gerne erinnern werde“, resümierte und verabschiedete sich Ludger Niermann vom Vorstand und den Delegierten.

Bereits auf einer vorhergegangenen Vorstandssitzung wurde Schriftführer Hans-Peter Leßmann verabschiedet. Seit 2003 gehörte er dem Landesverband an, zunächst als Beisitzer und seit 2006 als Schriftführer. Wilhelm Spieß charakterisierte ihn als einen Menschen, dessen Beharrlichkeit und Kritikfähigkeit prägend bei seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Stadt- und Bezirksverbandes Münster sowie im Landesverbandsvorstand waren.

„Diese Charaktereigenschaften hast Du außerdem mit einer guten Konsensfähigkeit verbunden, gepaart mit einer Prise westfälischen Humors“, so Wilhelm Spieß. Augenzwinkernd fügte er hinzu: „Die Zusammenarbeit mit Dir war sicher nicht immer bequem, doch wir haben immer zu einem versöhnlichen Konsens gefunden. Positiv geprägt war auch Deine Referententätigkeit. Mir und anderen hat die Zusammenarbeit mit Dir viel Spaß gemacht. Die Interessen des Verbandes hast Du jederzeit beharrlich vertreten.“

Frei nach Heinz Erhard „es ist einfacher den Mund zu halten als eine Rede“ zog Hans-Peter Leßmann ein persönliches Fazit aus seiner elfjährigen Vorstandstätigkeit. „Auch mir hat die Vorstandsarbeit, die ich gern weiter fortgeführt hätte, immer viel Freude gemacht. Leider lässt dies mein aktueller Gesundheitszustand nicht mehr zu. Das bestehende Diskussionsniveau, faire Auseinandersetzungen und letztlich als Konsens erzielte Resultate zum Wohle des Kleingartenwesens in unserem Verband, darüber hinaus meine Referententätigkeit: das waren für mich meine wichtigsten Erfahrungen und positivsten Erlebnisse beim Landesverband.“

Leßmann bemerkte weiter: „Ich bin davon überzeugt, dass auch weiterhin von den Verantwortlichen auf allen Ebenen nicht nur beim Vorstand das gute Niveau beim Landesverband erhalten bleibt und darüber hinaus weiter entwickelt wird“, blickte er, der die weitere Entwicklung sicher auch im „kleingärtnerischen Ruhestand“ aufmerksam verfolgen wird, optimistisch und aufmunternd in die Zukunft.

 


Glückwünsche für Karin Hegel zur Wiederwahl

Blumen als Willkommensgruß für die „Neuen“ im Landesverbandsvorstand, Ulrike Brockmann-Krabbe und Stephan Winter

Und nach den Vorstandswahlen ein Gruppenfoto (v.l.): Stephan Bevc, Beisitzer, Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie, Werner Heidemann, Geschäftsführer, Wilhelm Spieß, Vorsitzen-der, Michael Schöneich, Beisitzer, Peter Schulz, stellv. Vorsitzender, Stephan Winter, Schriftführer, Hans-Günther Cremer, Beisitzer, Jörg Schulz, Kassierer, Ulrike Brockmann-Krabbe, Landesfachberaterin

 


Die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle (v.l.): Claudia Kiefer, Susanne Funnekötter, Danuta Kopia, Christine Dieckmann


Da blieb Wilhelm Spieß zum Abschluss nur erneut allen Beteiligten Dank zu sagen, die im Vorfeld und beim Verlauf der Mitgliederversammlung eine zügige und gelungene Durchführung ermöglicht haben. Natürlich galt sein Dank besonders den Akteuren, die ein attraktives Rahmenprogramm im Foyer des Schützenhofes gestaltet hatten. Der Bezirksverband Castrop-Rauxel und die Deutsche Schreberjugend NRW präsentierten Kleingarten- und Jugendprojekte sowie das Projekt „Fair Trade Stadt“. Frauen des Landesverbandes verkauften Blumenampeln, gärtnerische Produkte und Aquarellzeichnungen der Kinder aus Belarus für „NADESHDA“. Der Bezirksverband Herford präsentierte verbal und visuell das Kleingartenwesen seiner Stadt und Region. Der SV Dortmund informierte über den Gewinner der Goldmedaille im Landeswettbewerb die Gartenanlage „Lütgendortmund Nord“. Ein Augen- und Ohrenschmaus war der musikalische Beitrag: der Chor Rodnik unter der Leitung von Liidia Wingert. Er sorgte zum Auftakt mit internationalen Songs dafür, dass die Delegierten heiter und beschwingt zur Tagesordnung übergingen.

Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie, informierte zusammen mit ihrem Team über das Kinderhilfsprogramm NADESHDA in Belarus. Am Infostand wurden Aquarellzeichnungen der Kinder und selbst gemachte Gartenaccessoires zum Kauf gegen Spende angeboten. Der Erlös wird anlässlich des 20-jährigen Geburtstags von NADESHDA am 26. September des Jahres übergeben.

Mit deutschen und russischen Liedern stimmte der Rodnik Chor Delegierte und Gäste auf die Mitgliederversammlung ein.

Der Landesverband Westfalen geht nach dieser Mitgliederversammlung gut aufgestellt und zuversichtlich an die kommenden Aufgaben und Projekte heran. Bis zur nächsten Versammlung 2016.

Michael Schöneich,
Pressebeauftragter des
LV Westfalen und Lippe

 

Impressionen aus dem Kreis der anwesenden Delegierten und Gäste