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13.11.2013

Kleingärten – Teil einer lebenswerten Stadt von morgen!

Am 14. September gab der Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel, die Ergebnisse des Landeswettbewerbs 2013 für die Kleingartenanlagen in Nordrhein-Westfalen bekannt. Dieser wurde in Nordrhein-Westfalen zum siebten Mal als eigenständiger Landeswettbewerb durchgeführt und stellt das Vorauswahlverfahren für die Teilnahme am 23. Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau“ dar.
(Über die Abschlussveranstaltung berichteten wir ausführlich in der Novemberausgabe vom „Gartenfreund“)
Bewertungskommission des Landeswettbewerbes 2013 für die Kleingartenanlagen in Nordrhein-Westfalen (v.l.): Peter Ehm, Marianne Genenger-Hein, Prof. Dr. Dr. Martina Oldengott, Dr. Jons Eisele, Michèle Helle, Bernhard Lammers, Ludger Niermann, Norbert Becker und Busfahrer Tim.


Modern präsentiert
An dem Landeswettbewerb beteiligten sich neun Kommunen mit neun Kleingartenanlagen. Die Bereisung der Gärten fand im Zeitraum vom 10. bis 12. Juni statt. Die jeweiligen Gewinner einer Goldmedaille in den Landesteilen Rheinland und Westfalen nehmen am Bundeswettbewerb teil.

Die Auswahlkriterien haben sich in den vergangenen vier Jahren wenig geändert. Die sechs Kriterien-Gruppen sind sehr differenziert untergliedert, um sowohl den am Wettbewerb teilnehmenden Anlagen die Arbeit an der Bewerbung zu erleichtern, als auch für die Jury eine objektive Bewertungsgrundlage zu schaffen. Das Gerüst haben wir gemeinsam aufgestellt, klar definiert und mit der Ausschreibung bekannt gemacht.


Bewertungskriterien des Landeswettbewerbes

  • Städtebauliche Einordnung, Entwicklung und Sicherung
  • Gesellschaftliche Funktion des Vereins im Sinne sozialer Nachhaltigkeit
  • Ökologische und stadtklimatische Funktion
  • Beispielhafte Projekte im Verein/in der Kleingartenanlage
  • Gestaltung und Nutzung der Einzelgärten
  • Qualität und Kreativität der Präsentation der Anlage bei der Besichtigung


2013 hat der Deutsche Städtetag Leitlinien zur nachhaltigen Entwicklung des Kleingartenwesens in den Städten herausgegeben. Die Empfehlungen zu sechs Handlungsfeldern dienen dazu, das Kleingartenwesen nachhaltig zu entwickeln und zu sichern. Auch an diesen Handlungsfeldern und Leitlinien, die sich mit den Zielen der Entwicklung des Kleingartenwesens in Nordrhein-Westfalen decken, orientierte sich die Bewertung der in diesem Jahr am Wettbewerb beteiligten Anlagen.

Die Bewertungskommission hatte es auch in diesem Jahr nicht leicht, sich zu entscheiden. Ihr, wie auch den Kleingärtnervereinen, die sich dem Wettbewerb gestellt haben, ist bewusst, dass sich nur die besten Anlagen, die sowieso in der Champions League des Kleingartenwesens spielen, beworben haben.

Es gab, wie jedes Mal, ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei allen Vorkehrungen für eine objektive Bewertung ergeben sich immer Ermessensspielräume für die individuelle Wahrnehmung jedes einzelnen Jurymitgliedes vor Ort. Umso wichtiger ist es, jede Nacht die frischen Eindrücke aus den jeweils drei bereisten Anlagen eines Tages intensiv und transparent zu erörtern. Am folgenden Abend wurden die hinzugekommenen Erkenntnisse erneut von allen Seiten betrachtet. Am letzten Abend muss das Ranking aller besuchten und bewerteten Anlagen abschließend erfolgen. Das ist besonders schwierig, denn nun geht es um die Entscheidungen!

Zum Glück gab es auch dieses Mal wieder ein ganz klares und eindeutiges Ranking; darüber bin ich als Vorsitzende der Jury besonders froh. Egal, um welche Form eines Wettbewerbes oder eines Preisausschreibens es sich handelt: Knappe Entscheidungen lassen bei allen Beteiligten, ob Teilnehmer am Wettbewerb oder Juror, immer einen bitteren Nachgeschmack zurück.

Das Problem hatten wir zum Glück nicht, sondern wir haben einstimmig über die Rangfolge, über die Anzahl von Gold-, Silber- und Bronzemedaillen entschieden.

Fast alle Anlagen haben sich hervorragend und sehr modern präsentiert. Teilweise werben sie mit guten Internetauftritten um ihre Mitglieder und erleichtern damit die Kommunikation. Das ist unter dem Aspekt der jünger werdenden Bewerber um eine Parzelle wichtig.

Der Gemeinschaftsgeist des Vereinslebens, der Umgang mit Integration, sozialer Öffnung und Verzahnung mit dem Stadtteil, Biodiversität, Einbettung in den örtlichen und überörtlichen Freiraumverbund spielten wieder eine wichtige Rolle bei der Bewertung.

Die Bewertungskommission vor Ort bei der Arbeit.

Die Anlagen und Einzelgärten waren sehr gepflegt. Vor allem angesichts des langen Winters und früheren Zeitpunktes unserer Bereisung als vor vier Jahren erschien es uns wie ein Wunder, wie viel schon überall blühte. Es waren allerdings Frühjahrs- und noch keine Sommerblüh-Aspekte.

Die Vorstände und Mitglieder der Kleingartenanlagen, aber auch die Vertreter der Politik und Verwaltung hatten sich gut vorbereitet, um die jeweiligen Anlagen und die Vereinsarbeit im besten Licht zu präsentieren. Die Medien nahmen großen Anteil an dem Kleingartenwettbewerb und berichteten positiv.

Überall wurden wir herzlich und gastfreundlich empfangen sowie gut bewirtet.

Gastlicher Empfang: Die Kommission wurde überall toll bewirtet.

Voll im Trend
Kleingärten liegen wieder voll im Trend und erfreuen sich auch bei Familien mit Kindern von Jahr zu Jahr wachsender Beliebtheit. Sie erfahren erneut auch Bedeutung für einen sozialen und ökologischen Städtebau, gerade unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels.

In der kompakten Stadt mit hoher Nutzungsmischung tragen Kleingärten wie auch die übrigen Typen innerstädtischer öffentlicher Grünanlagen zum Temperaturausgleich, zur Bindung von Feuchtigkeit und Stäuben bei. Die Arten- und Strukturvielfalt von Kleingartenanlagen, oft zusätzlich bereichert durch Feuchtbiotope, biologische Lehrgärten, Insektenhotels und andere ökologische Angebote, tragen zur innerstädtischen Biodiversität bei.

Die gesellschaftliche Funktion der Kleingartenanlagen macht sich heute daran fest, dass die Kleingärtnervereine sich im Sinne sozialer Nachhaltigkeit bemühen, alle Generationen, Familien und Alleinstehende, eine Vielfalt an Nationalitäten, Menschen mit Behinderung und sozial Schwache zu integrieren.

Die in den Kleingartenanlagen und Vereinen organisierten Gartenfreunde leisten einen großen Beitrag zum bürgerschaftlichen Engagement. Dazu gehören die entsprechenden Kontakte zu benachbarten Institutionen wie Kindergärten, Kindertagesstätten, Grundschulen und Seniorenwohnanlagen.

Schnell haben die Kleingärtner verstanden, wie wichtig es ist, bereits Kinder für das Gärtnern und für ökologische Zusammenhänge, für gesundes Essen und eine schonende Zubereitung von Nahrung zu interessieren. Im wahrsten Sinne des Wortes „spielend“ werden die Kleinen an wichtige Lebensgrundlagen herangeführt.

Kleingärten fit für die Zukunft machen
Ziel des Landeswettbewerbs für die Kleingartenanlagen in Nordrhein-Westfalen und des Bundeswettbewerbs „Gärten im Städtebau“ ist es, Kleingärten fit für die Zukunft zu machen. Beide Wettbewerbe dokumentieren alle vier Jahre nicht nur das Engagement der Kleingärtnervereine und ihrer Mitglieder, sondern auch die Qualität ihrer Zusammenarbeit mit den Kommunen sowie mit weiteren öffentlichen und auch privaten Institutionen.

Die Kleingartenanlagen leisten ihren eigenen Beitrag zur Stadtentwicklung, indem damit neue öffentlich zugängliche Grünanlagen geschaffen beziehungsweise die Vielfalt und Qualität des öffentlichen Grüns gesteigert werden. Fast immer sind die Kleingärten in das örtliche und überörtliche Freiraumverbundsystem eingebunden, sodass ihre Bedeutung für die Gliederung der Stadträume ökologisch und stadtklimatisch nicht hoch genug bewertet werden kann.

Die Kleingärtner werden sich ihrer Aufgabe für das Stadtgrün, für das Stadtklima und die Stadtgesellschaft immer bewusster, sodass sie sich kontinuierlich fortbilden und zu ökologischen und gesellschaftlichen Spezialisten werden.

In den öffentlichen Bereichen zwischen den Einzelgärten können Besucher beim Spazierengehen in den Anlagen Ideen für die Bepflanzung ihrer eigenen Gärten sammeln. Sie erfahren, mit wie einfachen Mitteln damit ein Beitrag zur Arten- und Strukturvielfalt geleistet werden kann, wie biologische Schädlingsbekämpfung und ein sorgfältiger Umgang mit der Umwelt möglich sind. Die Gartenpächter freuen sich, ihre Erfahrungsschätze weiterzugeben und über den Gartenzaun hinweg zu fachsimpeln.

Auch für neue Trends in der Gartengestaltung und Bepflanzung, ebenso wie für historische Pflanzmoden, alte Sorten und Blumenschätze sind die Gärten eine Fundgrube.

Auch in der Salutogenese (Gesundheitsentstehung) spielen die Kleingärten, die Gartenarbeit, der Umgang mit Pflanzen in der Gemeinschaft eine nicht zu unterschätzende Rolle. Zielsetzung dieses biomedizinischen Ansatzes ist es, im alltäglichen Leben so zu handeln, dass man gesund bleibt. Es gibt neuere Untersuchungen (vgl. die Beiträge in „Der Fachberater“, August 2013, S. 6 bis 14), die auf den positiven und therapeutischen Einfluss der Gartenarbeit in Gemeinschaft und auf die physische und psychische Gesundheit eingehen.

Wohin sich die Gesellschaft entwickelt, dahin entwickelt sich auch die Stadt, weil die Menschen in ihrem Zusammenleben in der urbanen Dichte aufeinander Einfluss ausüben und auf diese Weise bewusst oder unbewusst Trends setzen. Ständig werden neue Anforderungen an das öffentliche Grün und an die fachliche Steuerung einer ausgewogenen und qualitätsvollen Versorgung der Stadtbevölkerung mit Freiräumen gestellt. Überall steht die Rollendefinition des Grüns zur Diskussion, die Frage nach den Adressaten, nach den Akteuren und nach den Partnern.

Die Freiraumentwicklung und das öffentliche Grün werden immer wichtigere Steuerungsinstrumente der Stadtentwicklung in einer schrumpfenden Gesellschaft, wie wir sie in einer Vielzahl von großen, mittleren und kleinen Städten derzeit erleben beziehungsweise noch vor uns haben.

Immer mehr für die Stadtentwicklung verantwortliche Ressortleiter beteiligen die Bürgerinnen und Bürger nicht nur bei der Gestaltung ihrer Stadt, sondern sie nehmen die Menschen vor Ort in eine aktiv gestaltende Verantwortung.

Auch das Urban- und Guerilla-Gardening, die zeitlich befristete Aneignung von freien Räumen in der Stadt für den Anbau von Pflanzen zum Zwecke der Selbstversorgung und für die Gestaltung temporärer Gärten greifen immer mehr um sich. Ohne es zu wissen, knüpfen die grünen Aktivisten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten damit an die Idee des Kleingartenwesens an.

Das organisierte Kleingartenwesen bietet darüber hinaus die Geborgenheit eines sozialen Netz- und Regelwerks. Auch unter diesem Gesichtspunkt liegen Kleingärten also voll im Trend!

Die Kleingartenanlagen hatten sich gut vorbereitet und präsentierten sich im besten Licht.

Die Bewertung – Kurzvorstellung der Teilnehmer

Bronzemedaillen

Kgv. „Am Trinenkamp“
Stadt: Gelsenkirchen
Der Kgv. „Am Trinenkamp“ mit seinen insgesamt 95 Einzelgärten ist gut eingebunden in das Wohnumfeld, liegt innenstadtnah und zeichnet sich durch breite und großzügig gestaltete Wege aus.

Die Gesamtanlage wurde in drei Teilabschnitten unter intensiver Mitwirkung der Parzellenpächter in den 1980er Jahren realisiert. Auch das große Vereinsheim wurde in Gemeinschaftsarbeit fertig gestellt.
Angesichts der vielen Rückschläge, die immer wieder zu verkraften waren, wie die Zerstörung des ersten Vereinsheims durch Brand, Bombensuche und Bombenfunde mit über 60 Tiefbohrungen und riesigen Erdbewegungen in mehreren Gärten, verdient das vielfältige und umfangreiche Engagement der Gartenfreunde hohe Anerkennung.

Zu diesen besonderen Leistungen des Kleingärtnervereins gehören unter ökologischem Gesichtspunkt die Bienenstöcke und Bienenkennlernstunden, seit 2011 die Färbergärten als Beitrag zum Klimaschutz, zur Wiedereinführung und Kultivierung alter Kulturpflanzen sowie zur Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen in Naturerfahrungen. Mit diesem Projekt wurde der Kleingärtnerverein mehrfach als Dekade-Projekt für Bildung in nachhaltiger Entwicklung ausgezeichnet. Kooperationen gibt es mit dem städtischen Agenda-21-Forum und dem Projekt „Metropole machen“.

Auf dem sozialen Gebiet fördern die Kleingärtner durch die Mitwirkung an dem Projekt „VorGElesen“ bei Kindern die Freude am Lesen. Ein wichtiger Partner ist die Kindertagesstätte „Auf der Hardt“, sowohl für die Färbergärten als auch für das gemeinsame Lesen. Mit den Kindern der Kita wurde aus Pflanzenfarben ein großes Gemälde an der Wand des Vereinsheims geschaffen. 2012 war der Verein Gewinner des IMAGE-Preises der Stadt Gelsenkirchen.

Bronze ging an den Kgv. „Am Trinenkamp“ in Gelsenkirchen.

 


Kgv. „Am Meierhof“
Stadt: Bielefeld
In Bielefeld hat uns die sehr gut gepflegte Kleingartenanlage „Am Meierhof“ empfangen. Alle Gärten der in diesem Jahr 50 Jahre alten Anlage sind vergeben, und die Anlage ist so beliebt, dass die Gärten regelrecht „vererbt“ werden.

Eine Besonderheit ist der öffentliche Besuchergarten mit einer liebevoll hergerichteten Gartenlaube von 1947, die nach ihrer ursprünglichen Eigentümerin, Dorothea Thiele, „Doralaube“ genannt worden ist.
In einigen Gärten wie auch im Besuchergarten werden alte Kulturpflanzen kultiviert. Diese alten Getreide- und Kartoffelsorten, Gemüse und Stauden sind ein Alleinstellungsmerkmal der Gärten.

Das Gemeinschaftsleben der Kleingartenanlagen im Bezirksverband Bielefeld und Kreis Gütersloh der Kleingärtner ist sehr vielfältig. Mit Unterstützung der Telekom werden Senioren bewirtet. Kindergärten, Schulklassen und Behinderte aus Bethel werden mehrmals im Jahr zu Festen eingeladen. Die Migranten kochen landestypische Speisen und werden aktiv in das Gemeinschaftsleben einbezogen.

Ebenfalls Bronze erhielt der Kgv. „Am Meierhof“ in Bielefeld.

 


Kgv. „Herford-Neustadt“
Stadt: Herford
Am Rand der Stadt Herford liegt in wunderschöner Lage, eingebettet in ein Naturschutzgebiet und direkt angrenzend an den Wald, diese Kleingartenanlage. Zu den herausragenden Besonderheiten gehören die Siepen als Entwässerungselement der traditionellen Kulturlandschaft, die durch das Kleingartengelände verlaufen und in den Flachsrötheteich münden.

Diese 500 m2 große, als Naturschutzgebiet ausgewiesene städtische Fläche pflegt der Kleingärtnerverein mit. Sie ist wie die gesamte Anlage öffentlich zugänglich und mit Bänken als Erholungsanlage aufgewertet worden.

Durch die seit Neuem aktive Fachberaterin gibt es viele Angebote über die ökologische Pflege der Gärten, über Staudenvermehrung und den Tausch von Pflanzen. Für ihr ökologisches Engagement und für den Aufbau der Fachberatung wurde diese mit nur 27 Einzelparzellen relativ kleine Anlage mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet.

Bronze auch für den Kgv. „Herford-Neustadt“ in Herford.

 


Silbermedaille

Kgv. „Sorgenfrei“
Stadt: Herne-Wanne
Der Kgv. „Sorgenfrei“ wurde 1915 als Gartenbauverein Wanne gegründet und ist der älteste Verein des Stadtgebietes Herne. Die Anlage besteht unverändert seit fast 100 Jahren als „Kleingartenanlage nach Lehrbuch“ und ist Vorbild für die historische Entwicklung des Kleingartenwesens im Ruhrgebiet.

Darüber hinaus ist die historische städtebauliche Gesamtstruktur und -abfolge noch heute erhalten.

Die Kleingartenanlage liegt in einem überdurchschnittlich verdichteten Stadtgebiet, der Emscherregion mit einer Einwohnerdichte von 5100 Einwohnern pro Quadratkilometer (Durchschnitt 2700 Einwohner pro Quadratkilometer). Eingebettet in den Grünzug D des Emscher Landschaftsparks leistet die Kleingartenanlage, die immer geöffnet ist, nicht nur zur örtlichen und stadtteilbezogenen, sondern auch zum regionalen Freiraumverbund­system einen wichtigen Beitrag.

Die Präsentation der Rahmenbedingungen aus der Stadt- und Freiraumentwicklung vonseiten der Stadt war die beste aller kommunalen Beiträge bei dem diesjährigen Wettbewerb.

Mit hohem ökologischem Anspruch werden die Einzelparzellen und die Gesamtanlage vorbildlich gepflegt. In den Einzelgärten hat sich eine Vielzahl von historischen Kulturpflanzen erhalten. Die niedrigen Ligusterhecken, die die Wege begleiten, stammen noch aus der Originalanlage und sind durch die gute und kontinuierliche Pflege und den Verjüngungsschnitt bis heute erhalten geblieben.

Die wassergebundenen Wegedecken sind wie aus dem Lehrbuch, einzigartig in der Herrichtung und im Pflege- und Unterhaltungszustand. Die Kartierung der ökologischen Einzeleinrichtungen in ihrer ganzen Vielfalt und Übersichtlichkeit ist vorbildlich und beispielhaft. Sie sollte Schule machen. Das gesellschaftliche Engagement ist vielfältig. Die hohe Nationalitäten-Vielfalt des angrenzenden Stadtteils spiegelt sich auch in der Vergabe von mehr als einem Drittel der Parzellen an Migranten wider.

Die Silbermedaille gewann der Kgv. „Sorgenfrei“ in Herne-Wanne.

 

 

Goldmedaille

Gartenverein „Lütgendortmund Nord“
Stadt: Dortmund
Eingebettet in den Wald des Dortmunder Naturschutzgebietes „Dellwiger Bachtal“ und den Volksgarten liegt die Kleingartenanlage „Lütgendortmund Nord“. Zu der ökologischen Vielfalt tragen die Emscher-Nebenläufe Dellwiger Bach, Volksgartenbach und Katzbach bei. Der Katzbach verläuft mitten durch die Kleingartenanlage. Den Naherholungswert steigert die unmittelbare Nachbarschaft des mit der Kleingartenanlage verzahnten und 1911 errichteten Volksgartens. Mit fast 6 Hektar gehört „Lütgendortmund Nord“ zu den großen Anlagen. Der Wanderweg A 2 des Sauerländischen Gebirgsvereins führt durch die Anlage hindurch.

Beeindruckend ist die Vielzahl von Parzellen, die für unterschiedliche ökologische Entwicklungen und biologische Bildungszwecke zur Verfügung gestellt wurden und von der Gemeinschaft gepflegt werden.

Integriert in die öffentlichen Wege liegen außerdem viele Ruheplätze, die zum Verweilen einladen. Das gesellschaftliche Engagement und die Kooperationen mit Bildungseinrichtungen in der Nachbarschaft sind vielfältig. Überzeugend war für die Bewertungskommission die lebendige und authentische Präsentation der sozialen Leistungen, der Jugendarbeit, der Integration von Migranten und der Seniorenbetreuung.

Die Goldmedaille ging an den GV. „Lütgendortmund Nord“ in Dortmund.