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12.03.2015

„Mehr Lebensqualität durch grüne Infrastruktur“

Werkstattgespräch mit Stadt- und Landschaftsplanern, Gärtnern, Unternehmern und Kleingärtnern

Unter der Überschrift „Mehr Lebensqualität durch grüne Infrastruktur“ diskutierten Stadt- und Landschaftsplaner, Gärtner, Unternehmer, Experten des Kleingartenwesens, der Grünflächenämter und Naturschutzverbände am 3. März im Landtag. Eingeladen hatte die SPD-Landtagsfraktion zu dieser Veranstaltung.

Anne Katrin Bohle, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung im Bauministerium stellte die Landesinitiative „Grüne Stadt“ vor. Stadtbäume, Freiräume und neue Stadtlandschaften tragen dazu bei, dass Stadträume an Wertschätzung gewinnen. Kleingärten und Bürgergärten verbessern den sozialen Zusammenhalt in den Stadtquartieren.


Zum Werkstattgespräch über „Mehr Lebensqualität durch grüne Infrastruktur“ hatte die SPD-Landtagsfraktion Grünexperten in den Landtag geladen.

Doris Törkel, Leiterin des Gartenamtes der Stadt Düsseldorf, stellte mit ihrer These „Stadt als Wohnung braucht Stadt als Garten“ die Bedeutung von Kleingärten als prägenden Teil des urbanen Grüns in den Vordergrund. „Wir haben in NRW ein wunderbar funk­tio­nie­ren­des Klein­gar­ten­we­sen, das städtebaulich, ökologisch und sozial viel Potential bietet“, betonte sie.

Wilhelm Spieß, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der beiden Kleingärtnerlandesverbände in NRW, rückte bei seinen Statements die starken Sozialfunktionen des Kleingartenwesens in den Fokus. Ob Kita- oder Schulgärten in Kleingartenanlagen, Kleingärten als Be­geg­nungs­or­te für Jung und Alt, Kooperationen der Kleingärtnervereine mit Na­tur­schutz­ver­bän­den – alle diese Aktionen und Veranstaltungen haben eine soziale Dimension und schaffen insbesondere für arme Bevölkerungsschichten im Stadtquartier mehr Gerechtigkeit.

Ein zweiter Aspekt ist die Biodiversität. Während die landwirtschaftlichen Flächen einen weiteren Intensivierungsschub erleben und Landschaften immer weiter ausgeräumt wer­den, sind Kleingartenanlagen Orte der Artenvielfalt.

Die abschließende Diskussion stand ganz im Zeichen der gesellschaftlichen Wertschätzung des Grüns. Wider allen politischen Bekenntnissen pro Grün wird die nachhaltige Pflege und Sicherung des Grüns vernachlässigt. Die dafür eingestellten finanziellen Mittel sind völlig unzureichend und die fachliche Kompetenz der Gärtner und Grünexperten ist nicht gefragt. Im Gegenteil: Garten- und Grünflächenämter werden in den Kommunen geschliffen und deren Aufgabenfelder in den Hoch- und Tiefbau verlagert.

MdL Frank Sundermann moderierte die Veranstaltung. Bei allen politischen Bekenntnissen pro Grün bleibt abzuwarten, ob Lippenbekenntnissen auch tatsächlich handfeste Taten folgen.

Werner Heidemann