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06.10.2015

NADESHDA – wie alles begann

Verkostung von Bio-Äpfeln

NADESHDA (russisch: Hoffnung) steht für die Erinnerung an die verheerende Re­ak­tor­ka­tastro­phe am 26. April 1986 in Tschernobyl. Die grenzüberschreitenden langfristigen Gefahren von Tschernobyl und später Fukushima sind in dieser schnelllebigen Zeit längst aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit entrückt. Was bleibt sind in Belarus dauerhaft über Generationen verstrahlte Regionen und verlassene Dörfer ohne Zukunft. „Leben nach Tschernobyl“, so heißt auch einer der Gründervereine, der zusammen mit Partnern der evangelischen Kirche in Hannover und Schwerte das Projekt vor mehr als 2 Jahrzehnten in einer strahlungsfrei gebliebenen Zone auf den Weg brachte. Heute können gleichzeitig 310 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 – 17 Jahren für knapp vier Wochen im Zentrum unterkommen.


Viel Platz für Spiel und Sport im Kinderzentrum


In den Sommermonaten können weitere 140 Kinder im Zeltcamp am schönen Wilejka-See ihre Freizeit genießen. Sie werden pädagogisch und medizinisch betreut, essen gesundes Obst und Gemüse, das in den Gärten des Kinderzentrums wächst. Die Entwicklung des NADESHDA-Gartenprojektes haben die Kleingärtner aus Westfalen-Lippe von Beginn an unterstützt: durch Beratung, Saatgut und Spendengelder.


Peter Schulz (Bildmitte) und Werner Heidemann überreichen
einen Spendenscheck der westfälisch - lippischen Kleingärtner für NADESHDA


Kleingärtner aus der Region Hamm waren von Anfang an als Aufbauhelfer mit dabei. Sie haben beherzt mit angepackt, die ersten Obstgehölze gepflanzt und gepflegt. So ist ein ökologisch-gärtnerisches Unternehmen entstanden, das in Belarus landesweit als Pi­lot­pro­jekt anerkannt wird. Mehr als 90.000 Kinder und Jugendliche haben in den letzten zwei Jahrzehnten ihr NADESHDA kennen und lieben gelernt - eine stolze Bilanz. Für die Ver­tre­ter der „Gründergeneration“ ist ein schöner Traum in Erfüllung gegangen. Sie konnten damals Anfang der 1990er Jahre nicht erahnen, dass aus Ruinen und in Zeiten des noch ungewissen politischen Wandels in Ost und West sich ein so dynamisches Projekt ent­wi­ckeln würde.


Selbstversorgung in NADESDA – Ein Übersichtsplan zeigt die Felder für Obst und Gemüse


Viele Hände und Herzen brennen für NADESHDA: hochmotivierte und überzeugte Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mitarbeiter und mit Wjatscheslaw Makuschinskij ein Direktor an der Spitze, der mit den Menschen kann. Partner aus sechs Staaten bringen ihre spezifischen Er­fah­run­gen ein. Die verschiedenen Deutschen Partner – zu denen auch der Landesverband West­fa­len und Lippe der Kleingärtner gehört – haben ihre Anliegen und Kräfte in dem im Juli 2015 neu gegründeten Verein „Freunde von NADESHDA in Deutschland“ effektiv gebündelt. Die Vereinsgründer wollen so auch gemeinsam ein Zeichen gegen das fortschreitende Vergessen der Folgen der Tschernobyl Katastrophe im öffentlichen Bewusstsein setzen.

Werner Heidemann