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03.12.2015

Vorstandsratssitzung am 27. und 28. November 2015 in der Lan­des­schule

Vorbereitung der Mitgliederversammlung

Die Vorstandsratssitzung am Freitagnachmittag stand ganz im Zeichen der Vorbereitung der Mitgliederversammlung des Landesverbandes am 30. April d. J. in Dortmund. Die Westfalen-Hallen bieten mit dem Goldsaal nicht nur einen würdigen Veranstaltungsort für die Delegierten und Gäste, sondern mit einem großzügig gestalteten Eingangsbereich auch genügend Platz für Ausstellungen und Mitmachaktionen. So wird die Dortmunder Gold­an­la­ge „Lütgendortmund-Nord“, Teilnehmer am Bundeswettbewerb 2014 "Gärten im Städte­bau", ihre Anlage und die Leistungen der Kleingärtnergemeinschaft präsentieren, die Schreberjugend mit einem Extrastand ihre Kompetenz für Kinder- und Jugendarbeit de­mon­strie­ren und die Kleingärtner des Bezirksverbandes Hamm – Kreis Unna die Zu­sam­men­ar­beit mit dem Kinderhilfsprojekt NADESHDA aus Belarus darstellen. Weitere Partner, die das Besondere ihrer Kleingartenanlage den Delegierten und Gästen noch zeigen möchten, sind herzlich willkommen.


Gutes Team,vertrauensvolle Arbeit v. l. Wilhelm Spieß, Vorsitzender, Hans-Günther Cremer, Beisitzer, Peter Schulz, stellv. Vorsitzender, Jörg Schulz, Kassierer


Die inhaltliche Diskussion konzentrierte sich auf den Punkt „Vorstandswahlen“. Die bis­he­ri­gen Amtsinhaber, Peter Schulz, stellvertretender Vorsitzender, Jörg Schulz, Kassierer, Stephan Bevc, Beisitzer und Hans-Günther Cremer, Beisitzer, treten mit einstimmiger Unterstützung des Vorstandsrates wieder an. Für Michael Schöneich (Beisitzer) endet die Amtszeit. Seine Position gilt es neu zu besetzen. Dabei sollte – so Lan­des­ver­bands­vor­sit­zen­der Wilhelm Spieß bei der Beschreibung des Wunschkandidaten – die weitere Verjüngung der Vorstandsmannschaft und Erhöhung des Frauenanteils im Vordergrund stehen. Ein geeigneter Kandidat sollte die Schulungsarbeit des Landesverbandes an der Landesschule aktiv unterstützen, z. B. in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Kleingarten- u. Vereinsrecht oder Fachberatung. Vorstand und Vorstandsrat verständigten sich darauf, dass Kandidatenvorschläge bis Ende Januar vertraulich an den Vorstand bzw. die Ge­schäfts­stel­le herangetragen werden. Aus der Reihe der Vorschläge wird dann der Vorstand auf der nächsten Vorstandsratssitzung am 4. und 5. März d. J. einen Kandidaten vor­schla­gen.


Über Jugendaktivitäten in NRW berichtet das Duo, Jasmin Kluge, stellv. Vorsitzende der Deutschen Schreberjugend NRW und Stephan Bevc


Wertewandel

„Die Zukunft der Frauenfachberatung“ – das war ein zweiter wichtiger verbandspolitischer Tagesordnungspunkt, der am Freitagabend intensiv diskutiert wurde. Wilhelm Spieß erinnerte eingangs an die jahrzehntelang praktizierte Tradition des Landesverbandes, mit zwei Lehrgängen pro Jahr speziell die Frauenfachberaterinnen der Bezirks-/Stadtverbände zu schulen. Und wie stellt sich die Frauenfachberatung heute dar? Darüber berichtete Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie: Auf der letzten Tagung im April 2015 waren nur 16 von 32 Bezirks-/Stadtverbänden vertreten. 9 Bezirks-/Stadtverbände haben zurzeit die Position „Frauenfachberatung“ nicht besetzt, der Nachwuchs fehlt. In der anschließenden Diskussionsrunde äußerten übereinstimmend die meisten der Teilnehmer den Wunsch einen „Wertewandel“ bei der Frauenfachberatung auf den Weg zu bringen. Vor 4 oder 5 Jahrzehnten waren Vereinsmitgliedschaft, Pachtvertrag und Vorstandsarbeit reine Männersache. Unter diesen Bedingungen wurde damals die Frauenfachberatung aus gutem Grund auf den Weg gebracht. Heute sind Pachtvertrag und Mitgliedschaft, das Ver­eins­ma­na­ge­ment und gärtnerische Fachberatung eine Sache von Frau und Mann. Insofern ist es konsequent, dass immer mehr Frauen an Lehrgangsveranstaltungen des Landesverbandes zum Vereinsmanagement teilnehmen und eben nicht an einem „Extrakurs für Frauen“. Im Ergebnis werden wir diesen doch positiven Entwicklungsprozess auch mit den noch ver­blie­be­nen Frauen der klassischen Frauenfachberatung diskutieren müssen.


Konzentrierte Mitarbeit


Freude und Leid liegen eng zusammen, das spürten die Teilnehmer am Samstagmorgen, als sie den Verstorbenen Walter Küwen und Ulrich Schulte gedachten, die viel zu früh als Freunde des Kleingartenwesens und Vorsitzende der Bezirksverbände Emsdetten bzw. Lippstadt von uns gegangen sind. Neu in der Runde des Vorstandsrates begrüßte Wilhelm Spieß den Vorsitzenden des Bezirksverbandes Lippstadt, Erwin Speich, und die stell­ver­tre­ten­de Vorsitzende der Deutschen Schreberjugend NRW, Jasmin Kluge.


Neu in der Runde des Vorstandsrates – Erwin Speich, Vorsitzender des Bezirksver-bandes Lippstadt


Wohin steuert die Kleingartenförderung des Landes?

„Das Kleingartenwesen in NRW – die Kleingartenförderung des Landes – politische Ge­sprä­che“ – mit diesem weitgefassten Thema begann der 2. Teil der Vorstandsratssitzung. Schon am Abend vorher hatte der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes Rheinland der Gartenfreunde, Werner Siggelkow, in seinem Grußwort unter dem Beifall der Vorsitzenden „den Rückzug der Landesregierung aus der Kleingartenförderung, verbunden mit mangelhafter Kooperation und Abstimmung“ beklagt. Und in der Tat – ob es um die politische und finanzielle Förderung des Kleingartenwesens oder um die Beteiligung der Landesverbände an der Änderung des Landesnaturschutzgesetzes geht – in Abstimmungs- und Meinungsbildungsprozessen wird das Kleingartenwesen gerne außen vor gelassen und anschließend mit den geschaffenen Fakten konfrontiert.

Die Kleingartenförderung des Landes ist Verfassungsauftrag, und das sollte sich auch bei der Ausweisung der Finanzmittel im Landeshaushalt bemerkbar machen. Tut es aber nicht! Für das Jahr 2016 stehen mit 403.000 € 84.000 € weniger im Haushaltsplan als ein Jahr zuvor. Knappe Landesmittel für eine städtebaulich und ökologisch sinnvolle Umgestaltung von Altanlagen, schaffen bei den Kommunen keine Anreize bei der Antragstellung. „Wenn keine Förderung in ausreichender Höhe zu erwarten ist, verzichten wir lieber auf die Antragstellung“, hören wir immer wieder im Gespräch mit Vertretern aus Verwaltung und Kommunalpolitik. Diese Abwärtsspirale muss gestoppt werden.

Bei der beabsichtigten Änderung des Landesnaturschutzgesetzes drängen die Kleingärtner auf mehr ökologische Wertschätzung des öffentlichen Grüns in Kleingartenanlagen.

Hierzu gehören u. a. Obstwiesen, Trocken- und Feuchtbiotope, Vogelschutz- und Bie­nen­nähr­ge­höl­ze. Diese Flächen sind in der Regel mit der sie umgebenden Natur und Land­schaft ausgezeichnet vernetzt. Sie bilden Rückzugsräume und Trittsteine für Flora und Fauna.

Diese ökologisch wertvollen Flächen sollten in Zukunft als Kompensationsflächen berücksichtigt werden. Die rechtlichen Grundlagen hierfür sind bei der Neufassung des Landesnaturschutzgesetzes zu berücksichtigen, so lautet unsere Forderung.

Darüber hinaus sollte das Kleingartenwesen im Landschaftsbeirat angemessen vertreten sein.
Wilhelm Spieß und Geschäftsführer Werner Heidemann appellierten an die Vorsitzenden der Bezirks-/Stadtverbände: „Bindet die örtlichen Landtagsabgeordneten in die klein­gar­ten­po­li­ti­schen Gespräche ein“. Das haben die Bezirksverbände Gladbeck, Hamm, Lüdenscheid und Warendorf 2015 praktiziert und zugleich den Landesverband aktiv an den Gesprächen beteiligt.


Besuch aus Polen und Belarus

Zahlreiche Berichte über geplante Aktivitäten des Landesverbandes prägten den weiteren Verlauf der Sitzung. Vom 19. – 24. Juni d. J. erwarteten wir eine Kleingärtnerdelegation aus Poznan, die vor Ort in den Städten und Gemeinden die Kleingartenverwaltung und –förderung kennenlernen möchten. Die Bezirks-/Stadtverbände Bielefeld/Krs. Gütersloh, Castrop-Rauxel/Waltrop, Dortmund und Hagen werden für unsere Gäste aus Polen tageweise Betreuungspatenschaften übernehmen. Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit dem Kinderhilfsprojekt NADESHDA wird vom 24. – 31. August d. J. eine Garten- und Naturfreundegruppe aus Belarus die Landesschule in Lünen besuchen. Von hier aus starten die Teilnehmer Tag für Tag in die Umgebung von Rhein und Weser, um Land und Leute, Sehenswürdigkeiten, Kleingartenanlagen und Projekte kennenzulernen.

Die Bezirks-/Stadtverbände Castrop-Rauxel/Waltrop, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamm – Kreis Unna und Münster sagten ihre Unterstützung bei der Programmgestaltung und Be­treu­ung der Gäste zu. Geschäftsführer Werner Heidemann berichtete über die Entwicklung der Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe. Selbstverständlich wird auch hier das Kleingartenwesen mit einem eigenen Info-Garten vertreten sein, wo Kleingärtner des Bezirksverbandes Paderborn und Vertreter der Gartenbauvereine Tag für Tag über ihre Aktivitäten informieren und den Gartenschaubesuchern Rede und Antwort stehen.


Starke Lehrgangsnachfrage und mehr Förderung

Jasmin Kluge, stellvertretende Vorsitzende der Schreberjugend NRW und Stephan Bevc, unser Frontmann für die Jugendarbeit des Landesverbandes, stellten im Duo ihre geplanten Jahresaktivitäten vor. Dazu gehört an herausragender Stelle die bundesweite JULEICA-Ausbildung vom 30. September bis 3. Oktober d.J. an der Landesschule in Lünen. Zeit­gleich wird hier auch das 2. Schreberfreunde-Treffen NRW am 2. Oktober stattfinden.

Über eine erfreulich starke Lehrgangsnachfrage an der Landesschule, sowohl im Vorjahr als auch im ersten Halbjahr d. J., berichtete Landesfachberaterin Ulrike Brockmann-Krabbe. Mehr Nachfrage bedeutet auch zwangsläufig eine Ausweitung des Lehr­gangs­an­ge­bo­tes und Mehrausgaben. Erfreulich! Das Umweltministerium schätzt die Schulungsarbeit des Landesverbandes und hat im November 2015 die Fördermittel um knapp 30.000 € auf insgesamt 89.400 € für die Landesschule aufgestockt.


Freude über eine starke Lehrgangsnachfrage
v. l. Ulrike Brockmann-Krabbe, Landesfachberaterin, Stephan Bevc, zuständig für Nachwuchsförderung, Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie


Die Frühjahrstagung der Fachberater der Bezirks-/Stadtverbände am 3. und 4. Juni d. J. steht ganz im Zeichen eines „Blicks über den Gartenzaun“. Mit Unterstützung des Klein­gärt­ner­ver­ban­des der Niederlande (Algemeen Verbond van Volkstuinders Verenigingen in Nederland (AVVN))werden wir neue und bewährte Kleingartenmodelle vor Ort in Utrecht kennenlernen.

„Wo drückt der Schuh?“ ist ein bewährter Tagesordnungspunkt, wo der Vorstand vorab eingereichte Anfragen der Bezirks-/Stadtverbände gezielt beantwortet. So hatten die Stadtverbände Bochum, Gelsenkirchen und Münster gezielt um Auskünfte zu den Themen „Freistellungsbescheid zur Körperschaftssteuer“, „Schlichtungsverfahren“ und zur „Situation des Kgv. Papenwinkel“ in Höxter gebeten.


Wir alle sind Bundesverband

Informationen aus dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) sind eine feste Größe in unseren Vorstandsratssitzungen. Peter Schulz berichtete vom BDG-Verbandstag am 5. September 2015 in Rostock, wo die Kleingärtner aus Westfalen-Lippe mit De­le­gier­ten und Gastdelegierten gut vertreten waren. Die Festtagsrednerin Bundesministerin Barbara Hendricks und der Gastredner Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus präsentierten sich beide als Kenner des Kleingartenwesens und stellten die städtebauliche Bedeutung von Kleingartenanlagen und die Leistungen der Klein­gärt­ner­ge­mein­schaft in den Mittelpunkt ihrer Reden.

„Wir werden auch in Zukunft die Arbeit des Bundesverbandes aktiv und konstruktiv un­ter­stüt­zen. Dafür sorgen Werner Heidemann als wiedergewähltes Präsidiumsmitglied und Wilhelm Spieß als Mitglied der BDG-Arbeitsgruppe „Recht“, betonte Peter Schulz zum Ab­schluss seines bundesweiten Berichtes zum Kleingartenwesen in Deutschland.

Zahlreiche verbandspolitisch wichtige Punkte wurden durchaus leidenschaftlich diskutiert und im Ergebnis einvernehmlich auf den Weg gebracht. Das zeugt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Mit Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit verabschiedete Wilhelm Spieß die Teilnehmer.

Werner Heidemann, Geschäftsführer