Deutsch
DeutschAktuellesNewsVorstandsratssitzung am 25. und 26. November 2016 in der Landesschule
30.11.2016

Vorstandsratssitzung am 25. und 26. November 2016 in der Landesschule

Einblicke in die Landesgartenschau 2017

Mit Einblicken in die Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe startete Teil 1 der Vorstandsratssitzung am Freitagnachmittag.


Gartenschauexpertin Judith Dohmen-MickEinstimmung auf die Landesgartenschau 2017 in Bad Lippspringe durch Gartenschauexpertin Judith Dohmen-Mick.


Gartenschauexpertin Judith Dohmen-Mick stellte den Teilnehmern das von Waldidylle und Gärten geprägte Großereignis in Ostwestfalen vor. Selbst­ver­ständ­lich ist auch das Kleingartenwesen mit einem eigenen Ausstellungsbeitrag vertreten. An zentraler Stel­le im Arminuspark, in unmittelbarer Nähe zum Prinzenpalais und den Blu­men­hal­len­schauen, befindet sich der Freizeitgarten – ein gemeinsamer Aus­stel­lungs­bei­trag des Kleingartenwesens und der Gartenbauvereine NRW.

Hier werden Tag für Tag vom 12. April bis 15. Oktober 2017 Gartenfreunde des Be­zirks­ver­ban­des Paderborn und der Gartenbauvereine aus Ostwestfalen den Be­suchern Rede und Antwort stehen, den Garten gestalten und pflegen.

Nach dieser fröhlichen Einstimmung auf neue Garten- und Parklandschaften leitete Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß anschließend auf das sachlich nüchterne Thema „Pacht- und Vereinsrecht“ über.


Streit und Schlichtung

Frau Dr. Dorothee Höcker von der Anwaltskanzlei Ehlers und Feldmeier ist Fach­ex­pertin für Pacht- und Kleingartenrecht. Sie betreut zahlreiche Vereine, wenn es um pacht- und vereinsrechtliche Auseinandersetzungen rund um den Garten geht. Sie berichtete von ihren Erfahrungen mit Ver­eins­vor­stän­den, Richtern und Anwälten der Gegenseite.


Fachanwältin Dr. Dorothee HöckerFachanwältin Dr. Dorothee Höcker, Anwaltskanzlei Ehlers & Feldmeier, berichtete über ihre Erfahrungen mit Gerichten, Mandanten und Anwälten der Gegenseite.


Leider nehmen Streitigkeiten zu; das ist sicherlich nicht kleingartentypisch, sondern auch ein Spiegelbild einer Gesellschaft mit zunehmenden sozialen Spannungen und Armutsrisiken. Heute hören wir vermehrt von Vereinsvorsitzenden, dass plötzlich ein Gartenpächter „hinwirft“, Zahlungen für Pacht und Versicherungen nicht mehr leistet, nicht mehr anzutreffen ist und einen abgewirtschafteten Garten hinterlässt.

Vor jeder harten Entscheidung sollte im Vorfeld das Gespräch gesucht und ge­schlich­tet werden. Der Verständigung im Konfliktfall durch Schlichtung wird in den Ver­eins­sat­zun­gen ein hoher Stellenwert eingeräumt. „Doch wie soll ich den Weg der Ver­stän­di­gung suchen, wenn der Betroffene einfach nicht reagiert und abtaucht?“, fragte hil­fe­suchend ein Verbandsvorsitzender. Also, in letzter Konsequenz – wenn eine Ver­stän­di­gung nicht mehr möglich ist – müssen Kündigungsverfahren konsequent und fachgerecht durchgezogen werden, betonte Dr. Dorothee Höcker. Und dabei ist heute mehr denn je die qualifizierte Beteiligung von Fachanwälten gefragt. Bei klein­garten­pacht­recht­lichen Streitigkeiten schützt die Rechtsschutzversicherung des Lan­des­ver­ban­des den Verein vor den finanziellen Folgen einer Auseinandersetzung. Unsere Klein­gärtnervereine können gegen eine geringe Prämienzahlung dem Gruppenvertrag zur Rechtsschutzversicherung beitreten. Die Diskussionen nach dem Vortrag und am Abend zeigen, dass Streitigkeiten in Vereinen immer mehr die Arbeit der Ver­eins­vor­stän­de belasten und wir im Rahmen der Möglichkeiten Unterstützung anbieten müssen.


Ein guter Auftakt: Landeswettbewerb 2017 „Kleingartenanlagen in NRW“

Mit der Vorstellung des Landeswettbewerbes 2017 „Kleingartenanlagen in NRW“ begann Teil 2 der Vorstandsratssitzung am Samstagmorgen.

2017 findet zum achten Mal der nordrhein-westfälische Landeswettbewerb für Klein­garten­anlagen statt. Er dient zugleich als Auswahlverfahren für die Teil­nahme am 24. Bundeswettbewerb 2018 "Gärten im Städtebau", der die städtebauliche, ökologische und soziale Bedeutung des Kleingartenwesens deutschlandweit würdigt.

Mit dem Landeswettbewerb werden beispielhafte Lösungen und Projekte für die Ent­wicklung, Gestaltung und Nutzung von Kleingärten und Kleingartenanlagen und deren Bezug zum städtebaulichen, sozialen und ökologischen Umfeld ausgezeichnet. Er bie­tet eine gute Plattform, diese Leistungen in der Öffentlichkeit noch mehr her­aus­zu­stel­len und das vorhandene Interesse für das Kleingartenwesen und alternative For­men städtischen Gärtnerns zu stärken.

Die Ausschreibung dieses Wettbewerbes erfolgt durch das Umweltministerium in Kooperation mit den Kleingärtnerlandesverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe. Die Anmeldung zur Wettbewerbsteilnahme erfolgt durch die Städte und Gemeinden in Kooperation mit den Be­zirks-/Stadtverbänden und den ausgesuchten Klein­gärt­ner­ver­einen.

Eine sachverständige Landesbewertungskommission, deren Mitglieder vom Um­welt­mi­nis­te­ri­um des Landes Nordrhein-Westfalen berufen werden, nimmt anhand der eingereichten Unterlagen eine Vorauswahl vor und entscheidet über die Teilnahme am Landeswettbewerb.

Wettbewerbsbeiträge, die in die engere Wahl kommen, werden von den Mitgliedern der Bewertungskommission voraussichtlich im Juni 2017 besichtigt.

Geschäftsführer Werner Heidemann rief die Verbandsvertreter zu einer regen Teil­nahme auf. „Mit diesem Landeswettbewerb können Sie die zahlreichen sozialen und ökologischen Aktivitäten des Kleingartenwesens in ein gutes Licht rücken. Wett­be­wer­be schaffen Aufmerksamkeit und sind Öffentlichkeitsarbeit pur“, betonte Werner Heidemann.


„Die Kleingartenförderung in NRW“ – Wie positionieren sich die Parteien?

Am 15. September d. J. haben Vertreter der AG der Landesverbände im Landtag ein Gespräch mit Umweltminister Johannes Remmel im Wesentlichen über die Auf­sto­ckung der Fördermittel für die Kleingartenförderung geführt und dabei wiederholt die Notwendigkeit der Anhebung der Schulungsmittel für beide Landesverbände auf 190.000 € und die Anpassung der Förderung für den Bereich der Kommunen auf 800.000 € begründet. Die NRW-Kommunen haben in Zusammenarbeit mit den Be­zirks-/Stadtverbänden für 2016 knapp 800.000 € Fördermittel, insbesondere für die städtebauliche Umgestaltung von Altanlagen, beantragt. Der Bedarf ist da. Die Klein­gärt­ner­landes­verbände Rheinland und Westfalen-Lippe fordern nach Jahren des Still­standes eine faire Anpassung auf insgesamt 1.000.000 € Landesförderung ab 2017. Um mehr Planungssicherheit zu erhalten, sollte ein Gesamtbudget für mehrere Jahre festgelegt werden.

Zwischenzeitlich haben die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sig­na­li­siert, dass es einen gemeinsamen Antrag für das Haushaltsjahr 2017 auf Aufstockung der Fördermittel von 403.000 € auf 550.000 € geben werde. Diese Anhebung soll die gewünschte Erhöhung der Schulungsmittel umfassen, des Weiteren Fördermittel für die Durchführung des Landeswettbewerbes 2017 und die Besucherberatung auf der Landesgartenschau Bad Lippspringe. Im Rahmen eines Spitzengesprächs mit der SPD-Fraktion am 30. November 2016 soll grundsätzlich über die zukünftige Hand­ha­bung der Kleingartenförderung und eine weitere Aufstockung der Mittel gesprochen werden.

„Die Kleingartenförderung ist Verfassungsauftrag und das sollte sich auch bei der an­ge­mes­senen Ausweisung der Finanzmittel im Landeshaushalt bemerkbar machen“, betonte Wilhelm Spieß zum Abschluss der Diskussion mit den Vertretern der Be­zirks-/Stadtverbände.

Fazit: Wir bleiben mit den Landtagsfraktionen und dem Umweltministerium im Ge­spräch und werden in den nächsten Monaten aufmerksam verfolgen, wie sich die Parteien bis zur Landtagswahl in Sachen Kleingartenwesen positionieren.


Starke Lehrgangsnachfrage

Zahlreiche Berichte über geplante Aktivitäten des Landesverbandes prägten den wei­teren Sit­zungs­ver­lauf. Ingrid Surmann, stellvertretende Vorsitzende der Schre­ber­ju­gend NRW, und Stephan Bevc, unser Frontmann für die Jugendarbeit des Lan­des­ver­ban­des, stellten im Duo ihre geplanten Jahresaktivitäten vor. Dazu gehört an he­raus­ragender Stelle der „Markt der Möglichkeiten“ am 19.Februar 2017 in der Klein­gar­ten­an­lage „Am Schellenberg“ in Castrop-Rauxel.


Schreberjugend-Aktivitäten 2017Sie stellten gemeinsam die geplanten Schreberjugend-Aktivitäten 2017 vor. v. l. Stephan Bevc, Beisitzer im Landesverbandsvorstand, zuständig für Jugendarbeit, Ingrid Surmann, stell­ver­tre­tende Vorsitzende der Deutschen Schreberjugend NRW, Sonja Desinger, Vorsitzende der Deut­schen Schreberjugend NRW


Über eine erfreulich starke Lehrgangsnachfrage an der Landesschule, sowohl im Ge­samt­jahr 2016 als auch im ersten Halbjahr 2017, berichtete Landesfachberaterin Ulrike Brockmann-Krabbe. Mehr Nachfrage bedeutet auch zwangsläufig eine Aus­wei­tung des Lehrgangsangebotes und Mehrausgaben.

Die Frühjahrstagung der Fachberater der Bezirks-/Stadt­ver­bände vom 31. März bis 2. April 2017 steht ganz im Zeichen der Landesgartenschau 2017. Mit einem Rundgang über das Baustellengelände stimmen wir auf die Landesgartenschau ein und werden anschließend im Kloster Dahlheim die Gartenkultur der Klostergärten kennenlernen.


Partnerschaften: Besuche aus Poznan und Belarus

Der stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, Peter Schulz, erinnerte an europäische Begegnungen im Bereich des Kleingartenwesens. Unsere polnischen Freunde aus der Region Poznan besuchten uns vom 19. – 24. Juni 2016.

Voraussichtlich für September 2017 erwarten wir von unseren Freunden aus Poznan eine Einladung anlässlich des 30-jährigen Bestehens unserer Zusammenarbeit und Freundschaft. Eine Delegation aus Belarus mit vielen Teilnehmern aus dem Kin­der­zentrum NADESHDA war vom 24. – 31. August 2016 in unserer Landesschule unter­gebracht. Von hier aus starteten sie Tag für Tag mit dem Reisebus in die Städte und Regionen. Ein besonderer Höhepunkt war gewiss der Besuch in Berlin und Empfang im Bundestag durch den Bundestagsabgeordneten aus unserer Nachbarschaft in Bergkamen, Oliver Kaczmarek. Unser Dank gilt besonders den Bezirks-/Stadt­ver­bän­den Bielefeld und Kreis Gütersloh, Castrop-Rauxel/Waltrop, Dortmund, Gelsenkirchen, Hagen, Hamm – Kreis Unna und  Münster, die bei der Programmgestaltung für unsere ausländischen Gäste aus Belarus und Polen das Besondere ihrer Stadt, Region und Kleingartenanlagen herausgestellt haben.


Taten statt Weihnachtskarten – Spenden für das Kinderzentrum NADESHDA

Peter Schulz appellierte mit Leidenschaft an die Verbände und Vereine unsere Aktion "Taten statt Weihnachtskarten" zu unterstützen. Der Erlös dieser Weihnachtsaktion ist für den Bau einer Photovoltaikanlage in NADESHDA bestimmt. Bei dieser Gelegenheit appellierte Karin Hegel, Landesberaterin für Frauen, Jugend und Familie, diese Spen­den­ak­tion mit dem Kauf von selbstgemachten Garten- und Weih­nachts­ac­ces­soires zu unterstützen. Das erfreuliche Ergebnis, die Tagungsteilnehmer griffen zu und spen­deten reichlich. Unterstützungsaktionen kommen auch direkt aus den Bezirks-/Stadt­ver­bän­den. Dieter Claar, Vorsitzender des Stadtverbandes Herne-Wanne, überreichte einen Spendenscheck und der Bezirksverband Hamm – Kreis Unna seine diesjährige Adventsspende. Insgesamt sind so am Vor­stands­rats­wochen­ende und bei anderen Herbstaktionen mehr als 1.750,00 Euro Spendengelder zusammengekommen. „Das ist gut angelegtes Geld und fließt direkt in das Kinderzentrum NADESHDA“, betonte Peter Schulz abschließend und dankte auch im Namen seiner Kollegen für die ver­schie­denen Unterstützungsaktionen.


Gemeinsame Freude über Weihnachtsspenden für NADESHDAGemeinsame Freude über Weihnachtsspenden für NADESHDA, v. l. Wilhelm Spieß, Landes­ver­bands­vorsitzender, Dieter Claar, Stadtverbandsvorsitzender Herne Wanne, Karin Hegel, Lan­des­beraterin für Frauen, Jugend und Familie, Peter Schulz, stellvertretender Landesverbands­vorsitzender


Save the Date: 4. Bundeskongress der Kleingärtner vom 18. – 19. Mai 2017 in Berlin; Internationale Gartenausstellung Berlin 2017 (IGA)

Von NRW nach Berlin zum Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG): BDG Präsidiumsmitglied Werner Heidemann stellte den nächsten Bundeskongress der Kleingärtner in den Mittelpunkt seiner Berichte. Mit dem Bundeskongress der Klein­gärt­ner organisiert der BDG am 18. und 19. Mai 2017 nicht nur ein „Klassentreffen“ der Kleingartenenthusiasten, sondern gibt Grünexperten in den Kommunen, Po­li­ti­kern, Planern und vor allem Kleingärtnern und Verbandsvertretern die Möglichkeit neue Impulse zum Gärtnern in der Stadt zu erhalten und die Zukunft des Grüns in Städten und Gemeinden aktiv mitzugestalten. Gemeinsam wollen wir in diesem Jahr den Blick über den Gartenzaun wagen und neue Impulse für Kleingartenwesen und Urbanes Grün im aktiven Austausch erfahren.

Die internationale Gartenausstellung, IGA, ist vom 13. April bis 15. Oktober ein inter­na­ti­onales Gartenhighlight in Berlin. Auch das Kleingartenwesen wird mit Aus­stel­lungs­bei­trägen in der benachbarten Kleingartenanlage „Am Kienberg“ vertreten sein. Vom 9. bis 15. Juni 2017 wird unser Betreuerteam Karin und Karl-Heinz Hegel sowie Stephan Bevc die Gartenschaubesucher über die Welt der Sinneslust-Kräuter und das Kleingartenwesen in NRW informieren.


Fazit

Zahlreiche verbandspolitische wichtige Punkte wurden durchaus leidenschaftlich diskutiert und im Ergebnis einvernehmlich auf den Weg gebracht. Das zeugt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt.

Mit Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit verabschiedete Wilhelm Spieß die Teilnehmer.

Werner Heidemann, Geschäftsführer des Landesverbandes