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16.12.2013

Weniger Geld für Kleingärten

Vorstandsrat des Landesverbandes Westfalen und Lippe tagte im November 2013

Zwar überwogen bei der Herbsttagung des Vorstandsrates am 29. und 30. November 2013 die positiven Aspekte und Informationen, doch ohne einige Wermutstropfen verlief sie dann doch nicht: Die weiter schwindenden Landesmittel für die Förderung der Umge­stal­tung von Altanlagen, Schaffung von Neuanlagen und sogenannter Leuchtturmprojekte in den Kleingartenanlagen sind auf ein Taschengeld zusammengeschrumpft. Gerade einmal 30.000 Euro verbleiben 2014 für jeden der fünf Regierungsbezirke in NRW für diese Projekte, wenn der Haushaltsplanentwurf des Landes so verabschiedet wird.

„Eine Realisierung geplanter und für den Erhalt des Kleingartenwesen im Land notwendiger Projekte erscheint so nahezu unmöglich“, bemängelte Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß unter dem Tagesordnungspunkt „Berichte und Analysen aus NRW“ dazu. Die schrittweise und eine letztlich endgültige Abschaffung der Mittel wäre ein verheerendes Signal an NordrheinWestfalens Städte und Gemeinden. „Diese Entwicklung verpflichtet uns noch mehr zu einer deutlichen und aktiven Positionierung in den Kommunen“, so der Vorsitzende.

Doch nicht nur Negatives gab es zu verkünden: Am ersten Sitzungstag und auch im weiteren Verlauf einer lebhaften und engagiert geführten Tagung konnten Geschäftsführer Werner Heidemann, Wilhelm Spieß und die weiteren Mitglieder aus dem Vorstandsteam des Verbandes eine Reihe wichtiger, überwiegend positiv geprägter Informationen an die anwesenden Stadt- und Bezirksverbandsvorsitzenden weitergeben.

Zum Auftakt am Freitagnachmittag standen zunächst personelle Fakten im Vordergrund.

 

Vorbereitung der Mitgliederversammlung 2014
Die Vorstandsmitglieder Ludger Niermann und Hans-Peter Leßmann werden aus persönlichen Gründen bei der Mitgliederversammlung am 10. Mai 2014 in Herford nicht mehr für ihre Ämter als Fachberater bzw. Schriftführer kandidieren. Getreu dem Motto „Damen lässt man nicht warten“ erhielt gleich zu Beginn der Herbsttagung Ulrike Brockmann-Krabbe, die sich um das Amt der Landesfachberaterin bewirbt, Gelegenheit zur Vorstellung.

Ulrike Brockmann-Krabbe, Münster, stellte sich dem Vorstandsrat vor. Sie kandidiert auf der Mitgliederversammlung 2014 für das Amt der Landesfachberaterin

Sie lebt mit ihrem Ehemann Martin Krabbe in Münster, ist 56 Jahre alt und hat nach einer Gärtnerlehre ein Studium der Fachrichtung Gartenbau und zusätzlich Ökologie absolviert. Sie arbeitet als Gartenbauingenieurin bei der Bezirksregierung Münster und befasst sich dort mit Umgestaltungsprojekten von Gewässern. Seit vielen Jahren betätigt sie sich aktiv im Referententeam des Landesverbandes und ist zuständig für die Ausbildung und Prüfung der Fachberater.

Nicht persönlich anwesend sein konnte der Bewerber für das Amt des Schriftführers. Hierfür wirft Stephan Winter, 41 Jahre alt, Vorsitzender des Bezirksverbandes Gladbeck, seinen Hut in den Ring. Seit 2004 engagiert er sich als Kleingärtner und übernahm 2010 den Vorsitz seines Bezirksverbandes. Dort hat er eine junge Vorstandsmannschaft geformt, in der anstehende Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden.

Winter ist ein absoluter Befürworter der Mitgliederschulung und politischen Kontaktpflege auf allen dafür in Frage kommenden Ebenen.

Der Vorstandsrat befürwortet die Nominierung der beiden Kandidaten. Weitere Kandidaten wurden nicht vorgeschlagen.

Neu in der Runde des Vorstandsrates: Wolfgang Fuchs, Vorsitzender des Bezirksverbandes Marl

 

Studie über Leerstandproblematik in Kleingartenanlagen
Dieser kleinen Kandidatenkür folgte noch am Freitagabend die Vorstellung der Studie des Bundesverkehrsministeriums zur Bewältigung der Leerstandsproblematik. Einführende Kurzreferate über Inhalt und Bedeutung dieser Studie und der Leitlinien des Deutschen Städtetages zur nachhaltigen Entwicklung des Kleingartenwesen in den Städten von Wilhelm Spieß und Werner Heidemann dienten als Einstieg in die Problematik. Sie waren Grundlage für einen sich anschließenden regen Meinungsaustausch in drei Arbeitskreisen.

Die Arbeitskreise wurden von den Gartenfreunden Gregor Schweins (BV Oelde-Warendorf), Rolf Gesterkamp (BV Lünen) und Hans-Günther Cremer (BV Hagen) geleitet. Wegen der Bedeutung dieses Tagesordnungspunktes und der damit verbundenen Gesprächsergebnisse der Arbeitsgruppen wird ein separater Artikel in der Februarausgabe 2014 des „Gartenfreund“ veröffentlicht, der Stellungnahmen und Meinungsäußerungen des Vorstandsrates wiedergibt.

 

Blumen für die Jubilare
Zu Beginn des zweiten Sitzungstages verschönerten bunte Farben, nämlich die adventlicher Blumenbuketts, das etwas triste Novemberlicht am Samstagmorgen. Es ist guter Brauch bei den Vorstandsratssitzungen, Geburtstagskinder und Jubilare zu ehren. Diesmal übereichte Wilhelm Spieß mit sichtlichem Vergnügen die floristischen Präsente an Danuta Kopia und Susanne Funnekötter, Mitarbeiterinnen der Landesverbandsge­schäfts­stelle, für das 10- bzw. 20-jährige Betriebsjubiläum.

Geteilte Freude über zwei runde Betriebsjubiläen und ein Blumenstrauß vom Landesverbandsvorsitzenden Wilhelm Spieß für die Jubilare. Danuta Kopia, (li.) betreut seit einem Jahrzehnt unsere Lehrgangsteilnehmerinnen und –teilnehmer. Und die Versicherungsangelegenheiten unserer Gartenfreunde liegen seit zwei Jahrzehnten bei Susanne Funnekötter in guten Händen

Auch die Geburtstagskinder Peter Hachen, Vorsitzender des BV Siegen, für 55 Lebensjahre, LV Fachberater Ludger Niermann für ebenfalls 55 Jahre und die Frauenbeauftragte des LV Karin Hegel (65 Jahre) freuten sich über Glückwunsche und Blumen. Auf diese Weise heiter eingestimmt ging es an die Bewältigung der restlichen Tagesordnungspunkte.

 

Mischt Euch ein!
Diese Heiterkeit wurde zunächst durch den bereits eingangs geschilderten Wermutstropfen, nämlich der beabsichtigten Kürzung finanzieller Mittel für das Kleingartenwesen in NRW durch die Landesregierung, gedämpft. Zwangsläufig musste Wilhelm Spieß ein getrübtes Bild von den jüngsten zurückliegenden Gesprächen, die zusammen mit dem Schwester­verband Rheinland mit den Vertretern der SPD-Landtagsfraktionen geführt wurden, zeichnen.

Demnach werden die Mittel für Leuchtturmprojekte in Kleingartenanlagen in unserem Bundesland kontinuierlich zurückgefahren. „Dies ist ein Unding, denn die Bedeutung von Kleingartenanlagen unter anderem zur Daseinsvorsorge in Wohngebieten ist unverändert groß, der Erhalt bestehender und auch die Schaffung neuer Anlagen weiterhin notwendig, die Realisierung neuer Projekte muss dies unterstreichen. Wir müssen ernster genommen werden“, so die Forderung des Landesverbandsvorsitzenden an die Adresse der Landes­regierung. „Wir müssen verstärkt an unserer Bedeutung arbeiten, trotz zunehmender Schwierigkeiten“, lautete sein Appell an die eigenen Reihen.

Ins selbe Horn stieß Geschäftsführer Werner Heidemann: „Die Basis muss mitwirken, geht auf Eure Kommunal- und Landespolitiker aktiv zu, nutzt Eure Beziehungen vor Ort, die Politiker für unsere Forderungen anzuschieben. Der Landesverband unterstützt Euch dabei aktiv.“

Immerhin: Die Mittel für den Schulungsbetrieb beider kleingärtnerischen Verbände in NRW und der Sozialfonds für finanzschwache Kleingärtner, für den noch die Auszahlungs­mo­da­li­tä­ten geklärt werden müssen, stehen 2014 zur Verfügung.

Nicht nur rosarot geprägt verlief auch aus der Sicht beider Landesverbände der Landeswettbewerb „Kleingärten in NRW 2013“. Zwar war die Abschlussveranstaltung am 14. September 2013 in der Stadthalle Castrop-Rauxel eine würdige und öffentlichkeits­wirk­same Werbung für das Kleingartenwesen, der Wettbewerb selber wurde aber teilweise bei den teilnehmenden Anlagen qualitativ und wegen der geringen Teilnehmerzahl nicht durchweg positiv gesehen.

„Mit der Dortmunder Gartenanlage „Lütgendortmund-Nord“ entsenden wir mit Sicherheit einen sehr guten und aussichtsreichen Bewerber in den Bundeswettbewerb 2014. Unsere Teilnehmerzahl für den nächsten Landeswettbewerb müssen wir aber erheblich steigern“, mahnte Wilhelm Spieß eindringlich die anwesenden Vorstandsmitglieder aus den Stadt- und Bezirksver­­­bän­­den.

 

Berichte und Analysen aus dem Landesverband
Eine Fülle von Informationen bot wie immer der Tagesordnungspunkt „Berichte und Analysen aus dem Landesverband“, die deshalb an dieser Stelle nur in geraffter Form wiedergeben werden können. Sie waren durchweg positiv geprägt.

So konnte über eine quantitativ hervorragende Frequentierung und einen guten fachlichen Standard der Schulungen und Lehrgänge an der Landesverbandsschule berichtet werden. Laut Werner Heidemann besteht nach wie vor eine hohe Auslastung und Nachfrage bei den Lehrgängen.

Der Wunsch zur Ausweitung des Lehrgangsangebotes ist nach wie vor akut und aktuell. Er warb jedoch um Verständnis dafür, dass dies zurzeit aus zeitlichen, organisatorischen und personellen Gründen nicht realisierbar ist.

Eine Werbung erfuhr auch die bevorstehende Landesgartenschau 2014 im rheinländischen Zülpich von Werner Heidemann. Für die von der Konzeption her vielversprechende LGS, bei der auch das Kleingartenwesen vertreten sein wird, werden zeitnah aktuelle Informationen über den „Gartenfreund“ oder per Rundschreiben verbreitet, z.B. zu Sondereintrittskarten.

Über den Besuch einer Delegation des Landesverbandes vom 18. bis 25. September 2013 in Belarus und dem Kinderzentrum NADESHDA, das durch vielfältige Aktionen wie die Aktion „Taten statt Weihnachtskarten“ seit einer Reihe von Jahren vom Landesverband und seinen Vereinen und Verbänden finanziell unterstützt wird, berichtete Wilhelm Spieß. Er bedankte sich für die bisher geleistete Unterstützung aus den Stadt- und Bezirksver­bän­den. „Jeder Euro, der nach NADESHDA fließt, wird sinnvoll verwendet. Die aktuelle Spende wird gezielt für die Renovierung der Kinder- Wohnhäuser verwendet!“ Auch diesmal bat er um Unterstützung bei der Aktion „Taten statt Weihnachtskarten“.

Spontan erklärten sich auch einige Stadt- und Bezirksverbände bereit, beim Gegenbesuch der Gartenfreunde aus Belarus vom 12. bis 19. August 2014 eine Tagesbetreuung der Gäste zu übernehmen.

Wjatscheslaw Makuschinskij, der Leiter des Kinderzentrums, wird auf der Mitglieder­ver­sammlung des Landesverbandes am 10. Mai 2014 wegen seiner sozialen und ökologischen Verdienste um in NADESHA mit der „Großen Goldenen Ehrennadel“ des Landesverbandes ausgezeichnet werden.

 

Jugendarbeit im Landesverband
Die Jugendarbeit im Landesverband ist engagiert, aktiv und lebt: Dies stellten in part­ner­schaftlicher Kooperation bei ihren Ausführungen der Vorsitzende der Schreberjugend NRW, Christian Ernst, und der Jugendbeauftragte des Landesverbandes, Stephan Bevc, unter Beweis. Sie berichteten über Projekte, wie den Landeskindertag „Ruhrpiraten“ am 6. Juli 2013 in der Gelsenkirchener Kleingartenanlage „Bulmker Erlenkamp“.

Auch 2014 sollen die Aktivitäten nicht erlahmen. Der Internetauftritt „Schreberpedia“ soll weiter vorangetrieben werden, aus den geplanten Veranstaltungen ragt besonders der Aktionstag unter dem Motto „Freunde treffen“ am ersten Oktoberwochenende anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Schreberjugendbewegung heraus. Stephan Bevc bat die Anwesenden, dem Landesverband mit Hilfe eines ausgehändigten Formulars Projekte mit Kindern und Jugendlichen aus ihren Verbänden zu melden.

 

Hilfe für den Kgv. „Papenwinkel in Höxter“
Laut Werner Heidemann kämpft der Kleingärtnerverein „Papenwinkel“ in Höxter nach wie vor mit Leerstand und teilweise nicht zahlungswilligen Pächtern. Ein Lichtblick besteht jedoch: Für die Umgestaltung der Altanlage hat die Stadt Höxter einen Bewilligungs­be­scheid über 25.000 Euro Fördermittel erhalten. So könnte eine Attraktivitätssteigerung der Anlage und eine „Rettung“ in dieser prekären Situation erzielt werden.

Ein Workshop mit den beteiligten Stadt- und Bezirksverbänden bei der gemeinsamen Internetpräsenz mit dem Landesverband hat am 7. September 2013 stattgefunden. Verleger Oliver Wächter hat die Beteiligten dabei geschult und in die Nutzung eingewiesen. Sollten weitere Interessenten hinzu kommen, könnte bei genügend Auslastung und Bedarf ein weiterer Workshop stattfinden.

 

Mehr Berichterstattung über Projekte aus dem Vereinsleben
Das Redaktionsteam des Landesverbandes möchte bei seiner Pressearbeit für den „Gartenfreund“ mehr Gewicht auf Berichte über besondere regionale Projekte im Mantelteil der Mitgliederzeitschrift „Gartenfreund“ legen. Dabei sollen verstärkt vorbildliche „reale“ Projekte aus dem Vereinsleben, wie Zusammenarbeit mit Schulen, Kirchen oder anderen Institutionen und Verbänden, über das „besondere“ Sommerfest, Jugendarbeit oder die Fachberatung in den Vordergrund gerückt werden.

Pressebeauftragter Michael Schöneich bat in diesem Zusammenhang um Unterstützung: „Bitte meldet uns solche Projekte, die es sicher auch in Euren Verbänden und Vereinen gibt. Wir benötigen Eure Hilfe und Anregungen. Wir recherchieren bei Bedarf auch gern selbst vor Ort“.

 

Neues vom BDG
Vor allen Dingen die aktuellen personellen Veränderungen standen im Vordergrund bei den Berichten und Analysen aus dem Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG). Ab 1. Januar 2014 wird der neue Geschäftsführer Stefan Grundei seine Tätigkeit aufnehmen. Der bisherige Präsident Norbert Franke ist aus persönlichen Gründen auf der Gesamtvor­stands­sitzung am 8. und 9. November 2013 von seinem Amt zurückgetreten.

Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident Peter Paschke bestimmt. Er soll auf der nächsten Gesamtvorstandssitzung im April 2014 durch die 20 Mitgliedsverbände offiziell gewählt werden.

Der Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau 2014“ unter der organisatorischen Leitung des BDG ist ausgeschrieben. Die Bewerbungen werden bis Mitte Januar 2014 erwartet. Der Vertreter des Landesverbandes Westfalen und Lippe, der Gartenverein „Lütgen­dort­mund-Nord“ aus Dortmund, wurde bereits zur Teilnehme gemeldet .Die Bereisungen durch die Prüfungskommission werden Anfang Juli 2014 erfolgen.

Um eine intensivere Teilnahme beim 2014 stattfindenden Bundeskleingartenpreis „Entwicklungsmöglichkeiten in Kleingartenanlagen unter Berücksichtigung des demografischen Wandels“ bat Werner Heidemann. Die Teilnahmebedingungen und weitere damit verbundene Kriterien können auf der Homepage des BDG eingesehen werden (http://www.kleingarten-bund.de/veranstaltungen/bundeskleingartenpreis).

Eine reich gefüllte Tagesordnung war letztlich dennoch am Samstagmittag pünktlich abgewickelt. Der Landesverbandsvorsitzende Wilhelm Spieß dankte allen Beteiligten für ihre rege Mitarbeit, gab viele gute Wünsche mit auf den Heimweg und schloss mit den Worten: „Ich hoffe, es hat Euch genau so viel Spaß gemacht wie mir. Auf ein frohes und gesundes Wiedersehen spätestens bei der nächsten Vorstandsratssitzung am 21. und 22. März 2014“.

Michael Schöneich
Pressebeauftragter des LV
Westfalen und Lippe