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02.04.2015

Schneckenfraß im Garten

Schneckenfraß im Garten

Sobald der Boden nicht mehr gefroren ist, schlüpfen viele kleine Schnecken und machen sich auf die Jagd nach jungem Salat, frisch ausgetriebenen Staudentrieben und allem zarten Grün im Garten.

Rittersporn, Staudensonnenblume, Wasserdost und Sonnenbraut sind im zeitigen Frühjahr besonders gefährdet. Deshalb sollte jetzt das alte Laub zwischen gefährdeten Stauden entfernt werden. Darunter verstecken sich Schneckeneier und Jungtiere.

Schnecken werden meachnisch – also durch Absammeln – in Schach gehalten. Wer sich – vor allem bei Nacktschnecken – per Hand ekelt, kann das mit einer Grillzange tun. Knifflig bleibt die Frage der anschließenden Entsorgung: Die Schnecken in einer Plastiktüte in den Müll zu werfen und dort langsam ersticken zu lassen, fällt eindeutig unter den Tatbestand der Tierquälerei.

Etwas aufwändig, aber am wenigsten grausam, ist das Aussetzen der auf­ge­sam­mel­ten Schnecken außerhalb des Gartens. Dazu empfiehlt sich eine entfernte Wiese oder Lichtung eher als etwa das Nachbargrundstück. Wer es sich zutraut und nachhaltig für Ruhe im Beet sorgen will, kann Schnecken durch einen sauberen Schnitt mit der Heckenschere den Garaus machen. Die toten Schnecken sollten auf den Kompost, damit sie nicht als energiereiche Nahrung für die Überlebenden dienen. Schnecken, vor allem gehäuselose, neigen zu Kannibalismus.

Bedenken Sie auch, dass sich Gehäuseschnecken in der Regel von abgestorbenem Pflanzenmaterial ernähren. Sie befallen nur selten lebende Pflanzen, und wenn, sind ihre Fraßschäden bei weitem nicht so groß wie die der Nacktschnecken, vor allem der Spanischen Wegschnecke. Sie sind zugleich nützlich, weil etwa die Weinbergschnecke sich gern über die Gelege von Nacktschnecken hermacht. Mit Schneckenkorn macht man jedoch auch diesen Tieren im Garten den Garaus.

Wer für nächstes Jahr vorbeugen möchte, grubbert vor dem ersten Frost den Boden um. Die Schneckeneier kommen so ans Licht und können von Vögeln gefressen werden oder erfrieren. Gärtner können auch gleich Blumen pflanzen, die Schnecken nicht mögen. Das sind zum Beispiel Astilbe, Farne, Ziergräser oder Frauenmantel.


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Fotos: © Tom Wagner