Rosenschnitt im Frühjahr:
Beet-, Edel- und Strauchrosen richtig schneiden
Der kräftige Rückschnitt im Frühjahr fördert einen starken Neuaustrieb und eine reiche Blüte.
©Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner
Rosen gehören in vielen Kleingärten zu den beliebtesten Gehölzen. Damit sie kräftig austreiben und reich blühen, ist der richtige Schnitt im Frühjahr entscheidend.
Im Lehr- und Lerngarten des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner zeigt Fachberater Stephan Grote praxisnah und gut nachvollziehbar, worauf es beim Rosenschnitt ankommt.
Der Beitrag richtet sich an alle Kleingärtnerinnen und Kleingärtner, die ihre Rosen fachgerecht pflegen möchten. Denn im Kleingarten gilt: Pflege ist Voraussetzung für gesunde Pflanzen und eine reiche Blüte.
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Warum der Schnitt so wichtig ist
„Rosen sind alles Gehölze, Sträucher. Das heißt, sie wachsen im Wesentlichen aus dem Boden heraus, mit neuem, kräftigen Bodentrieben“, erklärt Stephan Grote zu Beginn. Für den Schnitt bedeutet das: Von unten soll und muss immer wieder Neues nachtreiben. Nur so entstehen kräftige Sträucher, die im Sommer so blühen, wie wir es uns wünschen.
Werkzeug: Diese Scheren kommen zum Einsatz
Bevor es an die Pflanze geht, stellt Stephan Grote die Werkzeuge vor:
- Rosenschere: für die normalen Schnitte
- Astschere: für stärkeres oder totes Holz
Die Astschere sorgt zudem für etwas Abstand zur Pflanze, hilfreich bei den Stacheln.
Der richtige Zeitpunkt
Der Hauptschnitt erfolgt im zeitigen Frühjahr. In der Literatur wird häufig die Forsythien-Blüte als Orientierung genannt. Für das westfälische Tiefland empfiehlt Stephan Grote jedoch einen früheren Zeitpunkt. Als Richtwert dient ihm die Blüte des Huflattichs, etwa zwei bis drei Wochen vor der Forsythie, also meist Ende Februar bis Anfang März.
Kurz & knapp
- Hauptschnitt im zeitigen Frühjahr (Huflattich-Blüte als Orientierung)
- Zuerst Totholz entfernen
- Schwaches Holz stark einkürzen
- Starke Triebe höhenversetzt zurückschneiden
- Schnitt leicht oberhalb der Knospe ansetzen
- Alte Strauchrosen nur moderat im Ableitungsschnitt schneiden
Beet- und Edelrosen: Schritt für Schritt schneiden
Im Lehr- und Lerngarten zeigt Stephan Grote den Schnitt zunächst an Beet- und Edelrosen.
1. Vitalität und allgemeinen Zustand bewerten
„Das allererste ist immer, dass wir schauen: Wie gesund ist die Rose?“
Zunächst wird kontrolliert:
- Wo befindet sich Totholz?
- Welche Triebe sind schwach?
- Welche Triebe sind kräftig?
2. Totholz entfernen
Tote und stärkere Holzstücke werden zuerst entfernt, am besten mit der Astschere.
Alles, was nicht mehr austreibt, kommt konsequent heraus.
3. Schwaches Holz stark einkürzen
Schwache, kurze Triebe werden deutlich zurückgenommen, je schwächer, desto stärker.
Zum Teil wird bis auf den Astring geschnitten, also dicht am Ansatz. Ziel ist es, kräftigen Neuaustrieb aus nur wenigen Knospen bzw. Augen zu fördern.
4. Starke Triebe zurückschneiden
Auch kräftige Triebe werden eingekürzt, um mind. ein Drittel aber auch bis zu Dreiviertel ihrer Länge. Das Ergebnis wirkt zunächst radikal. Doch genau das ist gewollt: Aus wenigen Knospen entstehen lange, kräftige Austriebe mit großen, schönen Blüten – auch geeignet für die Vase.
Geschnitten wird leicht oberhalb der Knospe – bei Strauchrosen oft mit nach außen gerichtetem Auge.
©Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner
Moderne Strauchrosen (Beispiel „Mozart“)
Bei modernen Strauchrosen verfolgt der Schnitt ein anderes Ziel.
Hier soll am Ende:
- nicht nur wenige lange Triebe entstehen,
- sondern viele Austriebe mit vielen Blüten.
Vorgehensweise
- Totholz entfernen
- Kurzes, schwaches Holz ungefähr zur Hälfte entfernen oder einkürzen
- Stärkere Triebe höhenverteilt im System einkürzen
So entstehen Austriebe von unten und auf halber Höhe. Der Strauch wächst dicht und blüht vielblütig.
Schnitt über der Knospe
Wichtig:
- Nicht direkt über der Knospe schneiden
- Etwas oberhalb ansetzen
- Bei Bedarf so schneiden, dass das Auge nach außen austreibt
Alte Strauchrosen und Wildrosen-Charakter
Eine wichtige Ausnahme betont Stephan Grote ausdrücklich: Alte Strauchrosen und Rosen mit Wildrosen-Charakter dürfen nicht wie Beet- oder Edelrosen geschnitten werden.
Hier gilt:
- Der Schnitt ähnelt dem Schnitt aller im Frühjahrblühenden Sträucher (z.B. Forsysthie)
- Überwiegend Ableitungsschnitte auf jüngere oberseitig stehende Triebe
- Einzelne stärkere Bodentriebe herausnehmen
- Trockene Triebe entfernen
- Insgesamt moderat und die Gesamtform beachtend einkürzen
Wichtig: Nicht radikal unten abschneiden, sonst bleibt die Blüte in diesem Jahr aus.
Weitere Hinweise zum Rosenschnitt
- Schnitt möglichst bis Ende März abschließen
- Späterer Schnitt ist möglich, aber weder für Tiere noch für die Rose ideal
- Totoholzentfernung und das Einkürzen zu langer Triebe können bereits im Herbst erfolgen
- Je später der Schnitt, desto später und weniger blüht die Rose!
- Feinschnitt dann zur Huflattich- oder Forsythien-Blüte
„Es ist ein Pflegeschnitt“, so Stephan Grote, und damit ein regelmäßiger Bestandteil verantwortungsvoller Gartenarbeit.