Haltung entscheidet: Warum gute Kommunikation im Kleingarten beginnt
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Serie: Miteinander kommunizieren, miteinander wachsen (Teil 1)
„Menschen müssen Menschen mögen“
In unseren Kleingartenvereinen kommen wir täglich mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammen. Als Nachbarn möchten wir ohne hohe Mauern zwischen unseren Gärten gut miteinander auskommen. Im Vorstand sprechen wir über Rechte und Pflichten. Und auch im Festausschuss oder in Arbeitsgruppen treffen unterschiedliche Meinungen und Ideen aufeinander.
Das alles zeigt: Kommunikation ist unser ständiger Begleiter im Vereinsleben.
Kommunikation als Grundlage unseres Miteinanders
Kommunikation ist für die Gemeinschaft eine tragende Säule.
Entscheidend ist dabei nicht nur, was wir sagen, sondern vor allem, wie wir es sagen.
Ob im Alltag, im Beruf oder im Kleingartenverein: Die Grundlagen guter Kommunikation sind überall gleich. Es gibt keine eigenen Regeln nur für das Kleingartenwesen, aber es gibt eine gemeinsame Haltung, die unser Miteinander prägt.
Als kleingärtnerische Gemeinschaft wollen wir im Gespräch bleiben, innerhalb unserer Vereine und in der Gesellschaft. Dafür braucht es eine Kommunikation, die verbindet, Vertrauen schafft und den Blick nach vorn richtet. Denn Zukunft wächst dort, wo Menschen miteinander sprechen, nicht aneinander vorbei.
Die Basis: Zuhören und verstehen
Im Alltag passiert es schnell: Jemand beschwert sich und wir haben sofort eine Antwort parat.
Doch gute Kommunikation beginnt anders:
- zuerst zuhören
- dann verstehen wollen
- erst dann selbst sprechen
Ein Beispiel aus dem Vereinsalltag:
Ein Mitglied kommt auf Sie zu und sagt: „So kann das hier nicht weitergehen!“
Statt direkt zu erklären oder zu rechtfertigen, hilft es, zunächst zu fragen:
„Was genau meinen Sie?“ oder „Was ist passiert?“
So entsteht Raum für Verständnis und nicht sofort für Gegenargumente.
Fähigkeiten, die wir entwickeln können
Für eine gute Kommunikation braucht es keine besonderen Talente, sondern Fähigkeiten, die wir lernen und trainieren können:
- aufmerksam zuhören
- ruhig und klar auftreten
- Kritik annehmen
- Konflikte aushalten und lösen
- Kompromisse finden
- andere motivieren
- Aufgaben weitergeben
- verständlich erklären
- Einfühlungsvermögen zeigen
- Fehler zugeben
- nachsichtig sein
Gerade im Ehrenamt ist das entscheidend: Hier arbeiten Menschen freiwillig zusammen und gute Kommunikation entscheidet oft darüber, ob Engagement erhalten bleibt.
Vom Einmaleins der Achtsamkeit
Der erste Schritt beginnt bei uns selbst. Achtsamkeit bedeutet, dem anderen aufmerksam und respektvoll zu begegnen – auch dann, wenn wir anderer Meinung sind.
Das kann ganz praktisch so aussehen:
- jemanden ausreden lassen, auch wenn man innerlich schon widerspricht
- bewusst wahrnehmen, ob jemand verärgert oder unsicher ist
- nicht sofort bewerten oder reagieren
Wenn wir lernen, einen Moment innezuhalten, entsteht etwas Entscheidendes: Wir gewinnen Abstand zur eigenen Sichtweise und öffnen uns für die des anderen.
Das ist die Grundlage für Gespräche, die verbinden statt trennen. Eine einfache Frage kann dabei helfen: „Will ich gerade ein Problem lösen oder meine Eitelkeit pflegen?“
Darauf können Sie sich im nächsten Teil freuen
Im nächsten Teil der Serie "Miteinander kommunizieren, miteinander wachsen" schauen wir genauer darauf, wie Kommunikation wirkt: Welche Rolle spielen Sprache, Körpersprache und Stimme? Und wie können wir Gespräche so führen, dass sie wirklich ankommen?
Autor:
Rolf Rosendahl
Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.
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