Ein Lernort im Wachstum: Die neue Fläche im Park „Alte Ziegelei" in Lünen
Frühling im Park „Alte Ziegelei": Blühende Schlehen zeigen, wie die Fläche langsam zum Leben erwacht. ©Stephan Grote – Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.
Von der Rasenfläche zum Lernort: Aus einer Rasenfläche wird ein Lernort für Artenvielfalt, Obstbau und nachhaltige Gartengestaltung. Im Park „Alte Ziegelei" in Lünen entsteht derzeit Schritt für Schritt etwas Besonderes und wir nehmen Sie mit, was hier gerade wächst und was noch kommen wird.
Der Ausgangspunkt: Eine Idee, zwei Partner
Vor dem Neubeginn stand eine schlichte Rasenfläche. Und zwei Fragen:
- Wie schützt man das Landesschulgebäude besser vor den Folgen von Starkregenereignissen?
- Und wie kann die Fläche gleichzeitig zu einem anschaulichen Lernort für ökologisch wertvolle Gartengestaltung werden?
Die Stadt Lünen und der Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V. fanden gemeinsam eine Antwort. Die Stadt brachte Planungsideen für die Parksanierung mit, die Landesschule das Wissen um die Bedürfnisse der Lehre. Aus diesem Miteinander entstand ein Konzept, das beide Ziele vereint: Wasserrückhaltung und ökologische Aufwertung, ohne pflegeintensive Ziergartenflächen, aber mit echtem Lernwert.
„Bei der Neugestaltung war uns sehr wichtig, den Bereich so zu gestalten, dass er sowohl Aufenthaltsqualität als auch Lernmöglichkeiten im Freien bietet. Unterschiedliche Lebensräume stehen hier bewusst nebeneinander – so wird der Park nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch lebendiger und vielfältiger." (Hannah Wolf, Landschaftsplanerin, Stadt Lünen – Fachbereich Stadtgrün)
Die Fläche wächst: Ein Rückblick von August 2025 bis Mai 2026
August 2025
Die Garten- und Landschaftsbauer rücken an. Die Fläche wird vollständig neu geplant und gestaltet: Trockenmauern entstehen, eine Versickerungsfläche wird angelegt, die künftig Regenwasser auffängt, bevor es das Gebäude erreicht.
September 2025
Mitte September verlassen die Gärtner die Fläche und hinterlassen einen neu gestalteten Park, der das Gesamtensemble deutlich aufwertet und der Landesschule neue Möglichkeiten für die praktische Lehre bietet.
Oktober 2025
Mit der Aussaat von Rasensamen beginnt die Grundbegrünung der neu gestalteten Flächen.
November 2025
Im Übergangsbeet auf der Westseite der Landesschule startet die Bepflanzung. Im vorderen Bereich, Richtung Eingang zur Kleingartenanlage, werden frühjahrsblühende Sträucher gepflanzt: eine Zier-Johannisbeere, eine Prachtspiere, ein Maiblumen-Strauch und ein Pfeifenstrauch. Im weiteren Verlauf folgen verschiedene Sorten der Apfelbeere sowie Felsenbirnen und Ölweiden. Im Übergang zum Bienengarten ergänzen einheimische Sträucher das Bild: eine Mandel-Weide, eine Säulen-Hasel und ein Wald-Geißblatt. Wegbegleitend entsteht ein Beetstreifen mit bodendeckenden Thymian-Arten; dazu werden Zwiebelpflanzen verschiedener Arten gesetzt.
Dezember 2025
Vier hoch- und halbstämmige Obstbäume werden wegbegleitend gepflanzt: Pfirsich „Kernechter vom Vorgebirge", Nashi-Birne „Nijisseiki", Apfel „Holsteiner Cox" und Birne „Gräfin von Paris".
Januar 2026
Die Arbeiten ruhen.
Fachberater Stephan Grote bei der Obstbaumpflanzung. ©Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.
Februar 2026
Sechs weitere Obstbäume ergänzen den wachsenden Obstbaumbestand: Mirabelle „Bellamira", Sauerkirsche „Safir", Mandel „Dürckheimer Krachmandel", Zwetschke „Jojo", Walnuss „Seifersdorfer Runde" und Quitte „Robusta".
April 2026
Auf den Baumscheiben der neugepflanzten Obstbäume wird Senf ausgesät, um das Anwachsen zu fördern und die Bodengesundheit zu stärken. Zusätzlich wird eine Hainbuchenhecke gepflanzt und die vorhandene Feldhecke mit einheimischen Wildobstsorten ergänzt, darunter eine Haferschlehe und eine Steinweichsel.
Planung Mai 2026
Der Bienenlehrgarten wird Gestalt annehmen: Die Podeste für die Honigbienen-Beuten sollen aufgebaut, ein Wildbienenturm errichtet und eine Wildblumenwiese ausgesät werden.
2027: Ein Lehrpfad verbindet Vergangenheit und Zukunft
Zur IGA 2027 soll ein vollständiger Obstbaum-Lehrpfad entstehen. Er wird drei Bereiche miteinander verbinden: den alten Nordgarten mit seinen schwachwüchsigen Obstbäumen, die neu gepflanzten Bäume auf der Nordfläche und die alten, reichtragenden Hochstämme aus der Landesgartenschau Lünen 1996. Ein Pfad, der die Geschichte des Obstbaus erlebbar macht und zeigt, wie Kleingartenwissen und nachhaltige Landschaftsgestaltung gemeinsam wirken können.
Ein Lernort für alle, die Gärten gestalten
Was hier in Lünen entsteht, ist mehr als ein neu gestalteter Parkbereich. Es ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Gemeinschaftsflächen in Kleingartenanlagen ökologisch sinnvoll gestaltet werden können, mit überschaubarem Pflegeaufwand, aber großem Nutzen für Natur, Bildung und Gemeinschaft.
Wir halten Sie auf dem Laufenden, wie die Fläche wächst und gedeiht.