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17.07.2026

Erdbeeren im Gemüsebeet anbauen: Schritt für Schritt zur neuen Pflanzreihe

©Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.

Garten-Erdbeeren gehören für viele Kleingärtnerinnen und Kleingärtner einfach dazu, doch wer sie zusammen mit dem Gemüse im Beet anbaut, kann sie über Jahre hinweg gesund und ertragreich halten. Stephan Grote, hauptamtlicher Fachberater des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner, zeigt im Lehr- und Lerngarten, wie dieser Anbau in der Praxis funktioniert – eine Technik, die er selbst schon als Kind bei seiner Mutter kennengelernt hat.

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Im Video aus dem Lehr- und Lerngarten führt Stephan Grote direkt an den Gemüsebeeten vor, wie Erdbeeren gepflanzt, vermehrt und über die Jahre im Beet weitergeführt werden können.

Für den eigenen Kleingarten lohnt sich dieser Blick in die Praxis besonders: Das gezeigte Rotationsprinzip lässt sich mit wenig Aufwand übertragen und sorgt dafür, dass die Erdbeeren dauerhaft kräftige Früchte tragen, statt nach wenigen Jahren im Ertrag nachzulassen.

Zusammenfassung:

  • Garten-Erdbeeren lassen sich gut zusammen mit Gemüse im Beet anbauen und über die Jahre durch das Beet wandern lassen.
  • Jedes Jahr entsteht eine neue Reihe aus kräftigen Tochterpflanzen, die älteste Reihe (nach ca. drei Jahren Ertrag) wird entfernt.
  • Jungpflanzen ab Ende Mai/Anfang Juni in Töpfen zwischen den Reihen einpflanzen und mit einem Drahtbogen fixieren. Dabei bleiben die Tochterpflanzen am Ausläufer mit der Mutterpflanze verbunden.
  • Für die Pflanzung die kräftigsten Tochterpflanzen wählen, möglichst nah an der Mutterpflanze und von gesunden Pflanzen.
  • Pflanzabstand von 30 cm in der Reihe und mind. 50 cm zwischen den Reihen, Herz der Pflanze nicht zu tief setzen.
  • Nach der Pflanzung regelmäßig und kräftig gießen – am besten morgens und abends.
  • Pflanzzeitraum: im Wesentlichen Juli bis Anfang August, spätestens Mitte August.
©Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.

Warum Erdbeeren im Gemüsebeet?

Stephan Grote pflanzt die Garten-Erdbeeren bewusst mitten in die Gemüsebeete des Lehr- und Lerngartens. Die Beete sind in Nord-Süd-Richtung ausgerichtet und rund 140 Zentimeter breit. Verwendet wird die Sorte Korona, eine Standardsorte, die etwa Anfang bis Mitte Juni reif ist.

„Das ist etwas, was ich schon als kleiner Junge, 10-, 12-jährig, bei meiner Mutter gesehen habe. Und ich finde es wichtig, dass wir diese Art der Erdbeeranbau-Technik wieder zurückbekommen in die Gärten und vor allen Dingen in die Kleingärten", erklärt der Fachberater.

Das Rotationsprinzip: drei Reihen im Wechsel

Im Lehr- und Lerngarten wandern die Erdbeeren über die Jahre durch das gesamte Gemüsebeet.
Die erste Reihe der Sorte Corona wurde 2024 gepflanzt, die zweite Reihe 2025. Die dritte Reihe entsteht 2026 mit neuen Jungpflanzen, die von den älteren Pflanzen abgenommen wurden. Bei Erdbeeren spricht man dabei von Ablegern beziehungsweise Tochterpflanzen.

2027 folgt die nächste Reihe an der Stelle, an der aktuell noch der Grünkohl steht. Im gleichen Jahr wird im Juli oder August die älteste Erdbeerreihe entfernt. Der Grund dafür: Die Erdbeerstauden werden über die Jahre größer, bilden mehr Blüten, lassen dabei aber in der Größe der Früchte deutlich nach. Eine Reihe bleibt in der Regel etwa drei Jahre im Ertrag. So sind im Beet immer drei Reihen unterschiedlichen Alters vorhanden – eine dreijährige, eine zweijährige und eine einjährige Reihe.

Jungpflanzen vorbereiten

Für die Pflanzung neuer Tochterpflanzen bereitet Stephan Grote bereits Ende Mai oder Anfang Juni etwas vor: Viereck-Töpfe werden mit Kompost- und etwas Blumenerde gefüllt und zwischen die Erdbeerreihen gestellt. Sobald die Ausläufer der Erdbeeren zu wachsen beginnen, wird die erste Tochterpflanze, die von der Mutterpflanze abgeht, mit einem selbst angefertigten kleinen Drahtbogen im Topf befestigt, damit sie dort anwachsen kann. Zur Pflanzzeit im Juli oder August stehen so bereits gut durchwurzelte, kräftige Jungpflanzen zur Verfügung.

Wer erst im Juli mit der Vermehrung beginnt, kann dennoch gute Ergebnisse erzielen: Innerhalb eines Monats bewurzeln die Jungpflanzen laut Stephan Grote noch ganz gut. Der späteste Zeitpunkt für die Pflanzung neuer Erdbeerpflanzen liegt aus seiner Sicht bei Mitte August.

Die passende Tochterpflanze auswählen

„Wichtig ist, dass man sich die kräftigsten Tochterpflanzen aussucht, am besten die, die am nächsten an der Mutterpflanze gewachsen sind. Die sind meist kräftiger", so Stephan Grote. Auch bei Jungpflanzen ohne Topfbewurzelung gilt: die kräftigsten Pflanzen wählen, die am nächsten an der Mutterpflanze stehen – sie haben in der Regel die besten Wurzeln. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Jungpflanzen von gesunden Mutterpflanzen stammen. Vor der Pflanzung werden die Wurzeln noch einmal ins Wasser getaucht, damit sie feucht in den Boden kommen.

©Landesverband Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V.

Pflanzung Schritt für Schritt

Für eine gerade Reihe nutzt Stephan Grote keine Schnur, sondern einen langen Stab oder ein langes Brett, das er als Richtschnur an die vorgesehene Stelle legt. Die Jungpflanzen werden zunächst grob in der Reihe verteilt. Anschließend geht es Pflanze für Pflanze weiter: Die Wurzeln der Jungpflanze noch einmal kurz tauchen, dann ein Pflanzloch machen. Etwas Dünger in Form von Schafwollpellets dazugeben. Die Pflanze so einsetzen, dass das Herz, also die zentrale Knospe, gut über dem Boden steht – auf keinen Fall zu tief pflanzen. Für den Abstand zur nächsten Pflanze wird ein kurzer Stab (eine Leere) am Knospenherz der Pflanze angelegt, der Abstand beträgt knapp 30 Zentimeter. So wird Pflanze für Pflanze entlang der Reihe gesetzt, jeweils mit etwas Pellets und mit Blick darauf, dass die zentrale Knospe über dem Boden bleibt.

Nach der Pflanzung: Wässern nicht vergessen

„Das wirklich Wichtige ist, dass wir direkt danach kräftig angießen", betont Stephan Grote.
Gerade Pflanzen ohne Topfballen, also mit nackten Wurzeln, brauchen über die folgenden Wochen durchgehend feuchten Boden – am besten morgens und abends gegossen.

Autor:

Stephan Grote
Hauptamtlicher Fachberater


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