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15.09.2026

Stadtverband Dortmunder Gartenvereine e. V. 

Anlagenrundfahrt 2026: Wegweisenden Investitionen
auf der Spur

Im vollbesetzten Bus starteten wir mit zahlreichen Politikern, Vertretern der Stadt Dortmund, Ehrengästen und Mitarbeitern des Stadtverbands Dortmunder Gartenvereine in Richtung Innenstadt Ost zum „Schrebergartenverein 1906“. Prominentester Gast war Oberbürgermeister Alexander Kalouti, der zum ersten Mal an dieser Veranstaltung teilnahm.
Vorsitzender Ulrich Winden empfing uns gleich zu einem Rundgang durch seine Anlage. Grund der Führung war der neue, 200 Meter lange gepflasterte Weg, der wegen des Gefälles und Starkregens saniert werden musste. Der Dolomitsand war bei Regen immer wieder weggespült worden. Kosten der Maßnahme: genau 33.493 Euro. Das Verlegen des Pflasters erfolgte in Eigenleistung durch den Gartenverein.
Der 120 Jahre alte „Schrebergarten 06“ ist die älteste und auch eine der schönsten Gartenanlagen Dortmunds. Überall grünt und blüht es in den Gärten und auf dem Begleitgrün - trotz der Trockenheit des Sommers. Natur und soziales Miteinander stehen in diesem Verein im Mittelpunkt. 115 Laubbäume sorgen für ein gutes Klima. Dazu kommen zirka je fünf Obstbäume in 135 Parzellen. Besonders eindrucksvoll war das bunt blühende Dahlienfeld. 35 Ruhebänke laden zum Verweilen ein.
Für Kinder legt sich der Verein richtig ins Zeug. Das beweisen die zwei tollen Spielplätze und als Höhepunkt ein behindertengerechtes Trampolin, das von einigen begeisterten Politikerinnen gleich ausprobiert wurde. Alle Geräte wurden aus Recyclingkunststoff gefertigt, da das Material sehr langlebig ist.
Nach dem Rundgang lud uns Ulrich Winden in die Laubenwirtschaft ein, wo ein liebevoll dekoriertes köstliches Frühstück auf uns wartete. Vorsitzender Günter Mohr begrüßte die Anwesenden, insbesondere Oberbürgermeister Kalouti (CDU), Bürgermeisterin Ute Mais (CDU), Bürgermeisterin Britta Gövert (Die Grünen), den Bundestagsabgeordneten Jens Peick (SPD), die Landtagsabgeordneten Michael Röls (Die Grünen), Nadja Lüders, Volkan Baran und Ralf Stoltze (alle SPD) sowie Anja Butschkau, die sich besonders für das Gartenwesen in NRW einsetzt. Weiter unter den Gästen: der Vorsitzende des Landesverbands Rolf Rosendahl, Geschäftsführer Frank Hengstenberg von der EDG und viele weitere Freunde des Gartenwesens.
Insgesamt gab es in diesem Jahr 22 Wegebau- und drei Spielplatzprojekte, die eine mittlere sechsstellige Summe gekostet haben. Finanziert wurden sie von der Stadt Dortmund, den beteiligten Bezirksvertretungen, dem Stadtverband Dortmunder Gartenvereine und den Vereinen selbst (teils als Eigenleistung). Davon sollten in vier Anlagen Sanierungsprojekte für den Wegebau und zwei Spielplätze vorgestellt werden.
Oberbürgermeister Alexander Kalouti begrüßte alle Anwesenden herzlich und bedankte sich für das tolle Büfett. Obwohl er selbst zum Gärtnern bislang noch wenig Berührungspunkte hatte, zeigte er sich von den tollen Anlagen und der Leistung, die dahintersteckt, fasziniert. Dass Dortmund im Landeswettbewerb 2025 drei Auszeichnungen vorweisen kann, macht ihn stolz. Für diese Leistung möchte er sich bedanken, insbesondere auch für den Beitrag zum Umweltschutz und zum Zusammenhalt der Gesellschaft.
Rolf Rosendahl lobte die enge und vertrauensvolle Partnerschaft mit dem Dortmunder Stadtverband und die Projekte, die hier mit viel Engagement und Weitblick verwirklicht wurden. Der Kleingartenpark Dortmund West ist für viele Besucher weit über Dortmund hinaus ein willkommenes Ziel. Für die IGA 2027 wurde gemeinsam der Besuchergarten konzipiert, ein Projekt, das die Bedeutung des Kleingartenwesens eindrucksvoll sichtbar machen wird. Rosendahl betonte, er freue sich auf die Rundfahrt und viele gute Gespräche.
Zweiter Halt war der Gartenverein „Zur Quelle“, wo Vorsitzender Guido Enters gleich drei neue Projekte vorstellte. Zum einen wurde hier ein zirka 110 Meter langer Wegabschnitt saniert und mit einem neuen Asphaltüberzug versehen. Die Arbeiten wurden von einer Straßenbaufirma ausgeführt. Grund war auch hier das starke Gefälle des Wegs. Kosten: 24.000 Euro.
Zusätzlich wurden zwei Gärten umgewidmet, ein Herzensprojekt von Gartenfachberaterin Marietta Naujoks. Der erste Garten soll ein Insektengarten werden, da die Insekten eine wesentliche Bedeutung als Bestäuber, aber auch als Nahrungsgrundlage für unsere Vögel und viele Kleintiere haben. Geplant sind insektenfreundliche Pflanzen, eine Natursteinmauer, eine Totholzecke, ein Sandarium, Wasserstellen, eine Igelburg und vieles mehr.
Im zweiten Garten sollen Hochbeete zur Einzelvermietung angeboten werden für Leute, die aus unterschiedlichen Gründen keinen eigenen Garten mehr bewirtschaften können, aber Spaß am Gärtnern haben. Eine gute Idee! Die Arbeiten sollen von einer Arbeitsgemeinschaft in die Tat umgesetzt werden. Als nächstes soll eine Toilette in die Laube eingebaut werden.
Der Spielplatz wurde mit einer Wasserspielanlage (gut in heißen Sommern) und einem Balancierspielgerät erweitert. Der Sieg bei einem Wettbewerb von Radio 91.2 brachte das Startgeld für die Spielplatzsanierung von 1500 Euro in die Vereinskasse. Dafür musste mit Gartengeräten ein Weihnachtslied gespielt werden.
Im Gartenverein „Glückauf-Hansa“ wurden zirka 580 Quadratmeter wassergebundene Wegdecke erneuert. Die Arbeiten führte ein Unternehmen aus. Kosten: 15.300 Euro. Durch die Anlage soll ein Fahrradweg zur IGA 2027 führen. Im Gegenzug und um die Gartenfreunde zu entlasten, stellt die Stadt dafür mehr Bänke und Spielgeräte zur Verfügung und übernimmt die Pflege des Grünstreifens und der Wildblumenwiese.
Auch im Gartenverein „Wachteloh“ musste aufgrund des Gefälles eine Wegdecke in Betonpflaster umgewandelt werden. Überschüssige Wasseransammlungen werden durch ein Drainagerohr in das angrenzende Feuchtbiotop umgeleitet, das im Sommer auch schon mal trocken fallen kann. Für die Baustellenplanung zeigte sich Dennis Hemker verantwortlich. Kosten: 12.300 Euro.
Der Spielplatz des Gartenvereins wurde mit einem Spielturm und einer Schaukel aufgewertet. Die Geräte fanden großen Anklang und wurden von einigen Teilnehmerinnen gleich ausprobiert. Erwähnenswert in dieser Anlage ist das neue Basketballfeld, das besonders Jugendliche ansprechen soll.
Zum Abschluss wurden im Verbandshaus Suppe und Currywurst serviert. Alle waren sich einig:
„Das war eine sehr interessante Rundfahrt.“

Fotos und Text: Bea Wild

Der Schrebergarten 06 zählt zu den schönsten Anlagen in Dortmund. Weiter Impressionen, klicke rechts unten neben dem Bild, in der Bildergalerie.