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17.12.2020

Gedanken zum Jahreswechsel 2020/2021

„Alles ist anders“, so muss ich in diesem Jahr meine Gedanken zur Ordnung rufen. Das Jahr 2020 begann fast normal. Lehrgänge und Veranstaltungen waren geplant – auch unsere Mitgliederversammlung in Herne – und dann kam das Coronavirus. Alles war plötzlich anders. Kontaktbeschränkungen, Abstandsregeln und Hygienevorschriften. Alles war so noch nie dagewesen.

Nun erlebten wir alle, wie wertvoll unsere Kleingärten sind. Auf dem Höhepunkt der ersten Pandemiewelle konnten wir in unseren Gärten die zwangsweise größer gewordene Freizeit verbringen. Wir lernten dies zu schätzen. Wo sonst war ein relativ uneingeschränkter Aufenthalt in der frischen Luft möglich? Wir konnten uns betätigen, unseren Garten pflegen, Nahrungsmittel anbauen und ganz besonders wichtige soziale Kontakte über den Gartenzaun pflegen. Nun zeigten sich alle Vorteile unseres Kleingartenwesens für jeden Einzelnen. Auch die Wichtigkeit für den sozialen Zusammenhalt zwischen Gartenfreunden und Bevölkerung erhielt eine gesteigerte Bedeutung. Viele Menschen wanderten durch unsere Anlagen und führten Gespräche über den Gartenzaun.
Dies alles ist es wert, trotz Virus und Einschränkungen, das Kleingartenwesen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Unsere Mitgliederversammlung fand ohne Präsenz der Gartenfreunde statt. Dies hat der Gesetzgeber durch entsprechende Vorgaben im Rahmen des Covid 19 – Pandemiegesetzes ermöglicht. Eine gesonderte Tagesordnung gab uns die Möglichkeit, die Entlastung des Vorstandes, Haushaltsplan und Neuwahlen durchzuführen. Hierfür gebührt allen Stadt- und Bezirksverbänden mit ihren Delegierten Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und ihre Unterstützung.

Unter den Corona-Bedingungen war es nicht möglich die Lehrgänge in der gewohnten Form durchzuführen. Nach den Covid 19 Lockerungen konnten wir ein angepasstes Lehrgangsangebot ausprobieren. Es waren kurze Tageslehrgänge mit maximal 20 Personen unter den geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen. Die Akzeptanz bei Teilnehmern und Referenten war sehr hoch.  

Zur Unterstützung der Fachberatung und Schulung wurde der Gartenfreund Stephan Grote mit einer 50% Stelle eingestellt und arbeitet seit dem 01. 08. 2020 für den Landesverband. Stephan Grote ist Ökologe und Gärtner und wird in Zukunft verstärkt neue Lehrgangskonzepte entwickeln, die Theorie im Schulungsraum mit der Gartenpraxis verknüpfen und unseren neuen Internetauftritt fachkundig begleiten.

Leider sind auch unsere Verbindungen zu den polnischen Gartenfreunden und dem Kinderzentrum „Nadeshada“ in Belarus betroffen. Der Besuch aus Belarus wurde abgesagt. Wann er erfolgen wird kann bei den zurzeit herrschenden Bedingungen nicht vorausgesagt werden.

Die Arbeit auf allen Ebenen stand vor neuen, nie dagewesene Herausforderungen. Oft ging dies über das normale Maß hinaus. Hierfür gebührt meinen Vorstandskolleginnen und -kollegen, dem Referententeam und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle unter Leitung unseres Geschäftsführers ein herzliches Dankeschön.

In der Hoffnung, dass die Situation der Pandemie sich abschwächen wird und wir wieder zu gewohnten Wegen zurückkehren können, werden wir die Arbeit des nächsten Jahres organisieren. Aber: Wie eingangs erwähnt „Alles ist anders“. Wir werden im nächsten Jahr immer auf die jeweilige Lage reagieren müssen.

2021 wird unser Landesverband 100 Jahre, auch hier müssen wir die Pandemielage berücksichtigen und kreative Ideen entwickeln.

Unser Geschäftsführer Werner Heidemann wird wegen Erreichen der Altersgrenze seine Tätigkeit aufgeben. Zur gegebenen Zeit werden wir ihm gebührend danken. Die Regelung der Nachfolge wird schwierig werden.  

Alles ist anders und im Fluss:

Lehrgänge an der Landesschule, der Meinungsaustausch von Gartenfreund zu Gartenfreund, die Verknüpfung von Theorie und Praxis im Lehrgarten – das ist ein starkes Pfund unseres Verbandes und muss bleiben, natürlich immer den Pandemiebedingungen angepasst. Ein ergänzender Baustein im Schulungsbereich können Onlineangebote sein. Einen Wandel wird es bei unserer Öffentlichkeitsarbeit geben. Ein neuer Internettauftritt ist in Arbeit und da gehört auch unsere Verbandszeitschrift integriert, von der ersten bis zur letzten Seite.

Auf Landesebene werden wir die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre mit unseren Freunden aus dem Rheinland in gewohnter Weise fortsetzen. Die Finanzierung unserer Schulungsarbeit als Teil der Kleingartenförderung des Landes muss auch weiterhin gesichert bleiben. Bei diesem Vorhaben sind wir auf die aktive Unterstützung unsere Stadt- und Bezirksverbände angewiesen.

Liebe Gartenfreunde, ich danke Ihnen für das uns entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung in diesem vom Coronavirus geprägten Jahr 2020. Ich wünsche uns allen das Ende dieser Pandemie und Ihnen und Ihren Familien besinnliche Feiertage und für das neue Jahr 2021, Glück, Zufriedenheit und viel Freude und Erfolg beim Gärtnern. Vor allem aber: Bleiben Sie gesund!

Ihr Wilhelm Spieß
Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen und Lippe