Deutsch
DeutschAktuellesNewsDeutsch-belarussische Begegnungen in Westfalen-Lippe
10.10.2018

Deutsch-belarussische Begegnungen in Westfalen-Lippe

Vom 30. September – 6. Oktober war die Landesschule der Kleingärtner in Lünen das zentrale Quartier für unsere 34 Gäste aus Belarus. Von hier aus starteten sie Tag für Tag mit dem Reisebus zu den unterschiedlichsten Zielen in Westfalen, um Land und Leute, Kleingartenanlagen, andere Gartenformen, Ökolandbau und Stadtkultur kennenzulernen. Träger dieser Veranstaltung waren der westfälisch-lippische Landesverband der Kleingärtner in Verbindung mit dem „Institut für Kirche und Gesellschaft“, die deutsch belarussische Stiftung „Lebendige Partnerschaft“ und das Kinderzentrum NADESHDA. Hier liegen die Wurzeln für eine schon mehr als zwei Jahrzehnte währende Partnerschaft, die längst den Kinderschuhen entwachsen ist. (siehe auch: „Rückschau – wie alles begann“)


Gartenfreunde aus Belarus besuchen Westfalen-LippeGartenfreunde aus Belarus besuchen Westfalen-Lippe


Bezirks-/Stadtverbände übernehmen Tagespatenschaften

Gartenfreunde aus den Bezirks-/Stadtverbänden Dortmund, Bielefeld und Kreis Gütersloh, Castrop-Rauxel/Waltrop, Bochum und Hamm-Kreis Unna hatten jeweils für einen Tag eine Betreuungspatenschaft übernommen. Sie zeigten das Besondere in ihren Heimatstädten, ihre Kleingartenanlagen und diskutierten mit den Gästen über gemeinsame Erlebnisse und Erfahrungen.

Tag 1 nach der Anreise stand ganz im Zeichen alternativer Anbauweisen von Obst und Gemüse. Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß begleitete die Gruppe, informierte über das Kleingartenwesen in NRW und die Grundsätze des naturnahen Anbaus von Obst und Gemüse. Auf Hof Mertin in Dortmund konnten unsere Gäste praxisnah den Bioanbau kennenlernen.

Ein Höhepunkt war gewiss die Führung durch den Fußballtempel des BVB, bevor am Abend in der Geschäftsstelle des Stadtverbandes der Vorsitzende der Dortmunder Gartenfreunde, Heinrich Jordan, bei einem zünftigen Grillabend das Dortmunder Kleingartenwesen vorstellte.

Tag 2: Zum Empfang unserer belarussischen Freunde in der Geschäftsstelle des Bezirksverbandes Bielefeld und Kreis Gütersloh hatte sich das Vorstandsteam unter Leitung von Alfred Manke und Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff eingefunden. Nach Topinformationen zu Bielefeld und Ostwestfalen betonte Hannelore Pfaff die gemeinsamen Schnittmengen der Kleingärtner und des Projektes NADESHDA. Bei beiden Partnern steht der umweltverträgliche Anbau von Obst und Gemüse und die Wahrung der Lebensgrundlagen im Vordergrund.

Die Umweltpädagogik war bei dem anschließenden Rundgang durch den Heimatzoo Olderdissen das zentrale Thema der Zooführung. Eine Stadtrundfahrt mit der historischen Straßenbahn war für alle Teilnehmer ein Höhepunkt dieses Ostwestfalentages.

Unterschiedliche Gartenformen und ihre Nutzung war das Schwerpunktthema am 3. Tag der Reise. Das Gartenteam des Bezirksverbandes Castrop-Rauxel/Waltrop, unter der Regie des Bezirksverbandsvorsitzenden Stephan Bevc, hat hierzu vor Ort handfeste Beispiele vorzuweisen. Im Ortsteil Habinghorst sind mit Beteiligung der Kleingärtner zwei neue Gartenformen als Ergänzung zu den typischen Kleingärten entstanden: der Bürgergarten als ein Gemeinschaftsgarten für viele Nationalitäten und ein Seniorengarten als offener Stadtteilgarten.

In der Kleingartenanlage „Gartenstadt Waltrop“ bewirtschaften Schüler des Theodor Heuss Gymnasiums eine Parzelle und führen gezielt Experimente durch. Diese Gartenprojekte und die Beteiligung der Kleingärtner an Fair Trade waren interessantes Neuland für unsere Gäste.

Die Ruhruniversität in Bochum und der Botanische Garten sind untrennbar miteinander verbunden. Dass ein Botanischer Garten weit mehr ist als nur Tropenhaus, Alpinum und Schmuckpflanzungen lernten unsere Freunde während einer Führung durch die Gartenwelten am Tag 4 in Bochum kennen.

Das Betreuerduo des Stadtverbandes Bochum, Helmut Meißner und Rolf Schaefers, hatte einen abwechslungsreichen Bochum – Tag mit Überraschungseffekten organisiert. Der Besuch des Musicals „Starlight Express“ war das kulturelle Highlight dieser Besucherwoche.


Wie funktioniert eine Gemeinde?

Und was leistet der „Städte- und Gemeindebund“?

Hierzu hatte dank einer Initiative von Rolf König, Vorsitzender des Bezirksverbandes Hamm Kreis Unna, der Bürgermeister der Stadt Bergkamen und Vizepräsident des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Roland Schäfer, eine Präsentation erarbeitet und zum Empfang ins Rathaus geladen, wo die Gäste handfeste Informationen zur Interessenvertretung der Kommunen auf Bundesebene aus erster Hand erfahren haben.

Mit einem Mittagessen und Rundgang durch die „Grüne Insel“ in Bergkamen endete Tag 5, bevor am Abend in der Landesschule die gemeinsame Abschiedsfeier startete.


Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß begrüßt die Gruppe

Ankunft in der LandesschuleNach zweitägiger Busfahrt Ankunft in der Landesschule Landesverbandsvorsitzender Wilhelm Spieß begrüßt die Gruppe


Ein Resümee – Wir gestalten Europa

Es war ein bunter Abschiedsabend mit mehr als 80 Gästen aus Belarus und Deutschland. Mit dabei waren Kleingärtner der betreuenden Bezirks-/Stadtverbände, Vorstandsmitglieder des Landesverbandes, Referenten der Landesschule, persönliche Freunde, Verleger Oliver Wächter aus Bremen und Dr. Astrid Sahm, Vorsitzende von „Freunde von NADESHDA“.


Gastgeschenk für Ehrenmitglied Werner BolderGastgeschenk für Ehrenmitglied Werner Bolder v.l. Walentin Tscherepok, Leiter vom Bioanbau in NADESHDA, Wera Tolstikowa, Leiterin der Besuchergruppe, Alexandra Supron, Dolmetscherin, Werner Bolder, Ehrenmitglied


Gemeinsame Erfahrungen, Partnerschaften und Freundschaften sind sehr wertvolle Bausteine einer gewachsenen Zusammenarbeit zwischen dem Kinderzentrum NADESHDA und den Kleingärtnern in Westfalen-Lippe, betonte Wera Tolstikowa, Leiterin der belarussischen Gruppe. Geschäftsführer Werner Heidemann knüpfte an die Ausführungen der Vorrednerin an und erinnerte an die erfolgreiche Entwicklung dieser Partnerschaft.

Wolfgang Menzel, ehemaliger Vorsitzender des Bezirksverbandes Hamm Kreis Unna, war damals Initiator und Motor dieser Zusammenarbeit. Dank seiner Initiativen haben 2005 erstmalig Vertreter des Landesverbandes und der Bezirks-/Stadtverbände das Kinderhilfsprojekt NADESHDA besucht.

NADESHDA wächst und verbindet die Menschen in Ost und West, in Belarus und Deutschland, weit über das Projekt hinaus.

Werner Heidemann: „Viele Partnerschaften und Freundschaften – ob im Privaten oder auf der Ebene der Vereine – sind entstanden, bereichern unser Leben und sind ein wertvoller Baustein für ein Europa ohne Grenzen.“

Herzlichen Dank sagen wir allen Verbänden und Vereinen, Gartenfreunden und Förderern, die mit ihrem Engagement diese Freundschaften und Partnerschaften mitgestalten und NADESHDA in vielfältiger Weise unterstützen.

Werner Heidemann